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© Sunfilm

Die Farben des Herbstes

OriginaltitelLocal Color
GenreDrama
Land & JahrUSA 2006
Verkaufsstart09.02.2012 (Sunfilm)
FSK & Länge 107 min.
RegieGeorge Gallo
DarstellerArmin Mueller-Stahl, Trevor Morgan, Ray Liotta, Charles Durning, Samantha Mathis, Ron Perlman
Homepage http://www.localcolormovie.com
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Inhalt

John (Trevor Morgan) möchte sich endlich seinen Traum erfüllen und Maler werden. Gegen den Willen seiner Eltern reist er aufs Land, wo er den russischen Maler Nicolai Seroff (Armin Mueller-Stahl) kennenlernen will. Der gescheiterte Künstler möchte jedoch nichts mehr von der Kunst wissen und begegnet seinem jungen Bewunderer mit kühler Ablehnung.

Dennoch beginnen der Meister und sein Schüler bald, zusammen zu arbeiten. Nach und nach entsteht zwischen den beiden gegensätzlichen Männern eine tiefe Freundschaft. Während Nicolai durch die Begeisterung Johns seine Lieber zur Kunst wiederfindet, entschließt sich diesem durch die Augen des Malers das Geheimnis der Kunst und die Schönheit des Lebens. Als sich Nicolais attraktive Nachbarin und Muse Carla (Samantha Mathis) in John verliebt, wird ihre Freundschaft auf den Prüfstand gestellt.

Kritik

Ein junger Mann sucht einen Lehrer auf, um sich ausbilden zu lassen - das klingt nach einem altbackenen Stoff. Genrekennern dürfte das Konzept vor allem aus unzähligen Sport- und Kampfsportfilmen bekannt sein. In den 1980er Jahren wurde es vor allem von Filmreihen wie "Karate Kid" (1984) mehr oder weniger erfolgreich erprobt. Das dramaturgische Prinzip dieser Filme fokussiert meist auf einen Underdog, der unter Anleitung des Mentors seine soziale Außenseiterstellung überwinden will, dann jedoch über die Erkenntnis der wahren Werte der erlernten Sportart zur inneren Ausgeglichenheit gelangt ("Karate Kid"). Oder der Schüler wendet sich an den Meister, um von diesem körperliche und geistige Fähigkeiten zu erlernen und sich an seinem Erzfeind zu rächen ("Karate Tiger 3 - Der Kickboxer"). Letztere Herangehensweise wurde zuletzt von Quentin Tarantino in seiner wunderbaren Kampsport-Parodie "Kill Bill" einer ironischen Reflexion unterzogen.

Wenn George Gallo in "Die Farben des Herbstes" dieses Muster seiner Geschichte über einen genialen Maler und dessen Schüler einschreibt, dann muss man dem Regisseur ein naives Kunstverständnis attestieren. Sie besagt nämlich nichts anderes, als dass nicht nur der handwerkliche Aspekt der Kunst erlernbar ist, sondern auch deren geistige Werte sich vom Lehrer auf den Schüler übertragen lassen. Inspiration und Genie, das ist die implizierte Aussage des Films, können ebenso angeeignet werden, wie die künstlerische Wahrheitsfindung ein prozessualer Vorgang ist.

Abgeschwächt wird Gallos Kunstverständnis dadurch, dass es allzu auffällig der klassischen Erzählökonomie im Sinne eines Anfangs, einer Mitte und eines Endes folgt. Überblickt man Gallos Filmographie, entdeckt man mindestens ein weiteres Muster, in das der Regisseur seine Stoffe zwängt. So greift Gallo mit seinen trotz ihrer Gegensätze sympathisierenden Charakteren wie in den Actionkomödien "Midnight Run - 5 Tage bis Mitternacht" (1988) und "Bad Boys - Harte Jungs" (1995), zu denen er die Drehbücher verfasste, ein klassisches Motiv des Buddy-Movies auf. Mag sein, dass "Die Farben des Herbstes" autobiographisch gefärbt ist. Gallo war ebenfalls von der Kunst begeistert und wie der Protagonist seiner Geschichte machte auch er die Bekanntschaft eines russischen Künstlers. Dennoch beschleicht einem als Zuschauer der Verdacht, dass er seine persönlichen Erlebnisse einer kalten akademischen Betrachtung opfert, als ihnen durch eine autarke filmische Reflexion gerecht zu werden.

Willy Flemmer/Filmreporter.de

Die Farben des Herbstes

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