Perfect Sense - 2011 - FILMREPORTER.de
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© Senator Home Entertainment

Film: Perfect Sense

Medium: Leih-Blu-ray
OriginaltitelPerfect Sense
AlternativThe Last Word (Arbeitstitel)
GenreRomanze
Land & Jahr Deutschland/Großbritannien/Schweden 2011
Verkaufsstart    18.04.2012 (Senator Home Entertainment GmbH)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 93 min.
RegieDavid Mackenzie
DarstellerEwan McGregor, Eva Green, Connie Nielsen, Stephen Dillane, Ewen Bremner, Denis Lawson
Homepage http://www.sigmafilms.com/films/perfe...
http://www.perfectsense.senator.de
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DVD Extras

Cast & Crew Interviews • Making of

Inhalt

Auf der ganzen Welt breitet sich eine mysteriöse Seuche aus. Es beginnt damit, dass die Menschen ihren Geruchssinn verlieren. Nachdem das Schlimmste überstanden zu sein scheint, büßt nach und nach die ganze Menschheit ihren Geschmackssinn ein. Eine Ursache für die Krankheit ist zunächst nicht auszumachen. Auch Wissenschaftlerin Susan (Eva Green) ist vollkommen ratlos.

Während sie sich wie der Rest der Welt mit den Auswirkungen der Epidemie abfinden muss, lernt sie Chefkoch Michael (Ewan McGregor) kennen. Schon bald kommen sich die beiden näher und verlieben sich schließlich ineinander. Eine Lösung des globalen Problems scheint indes immer unwahrscheinlicher, der Verlust sämtlicher Sinneswahrnehmungen ist auch bei Susan und Michael nur eine Frage der Zeit.

Kritik

Filme über den Ausbruch von Epidemien funktionieren meist nach dem gleichen Muster. Im Mittelpunkt steht die fieberhafte Suche nach einem Heilmittel, während den Wissenschaftlern und den infizierten Protagonisten die Zeit davonläuft. Oft wird die Katastrophe selbst zum heimlichen Protagonisten der Geschichte. Das trifft auch auf den ebenfalls 2011 realisierten Thriller "Contagion" zu, obwohl Steven Soderberghs nüchterne Bestandsaufnahme einer weltweiten Seuche das reißerische Potential eines solchen Stoffes im Keim erstickt. Mit "Perfect Sense" bricht David Mackenzie auf andere Weise mit den Genre-Konventionen.

Auch der schottische Regisseur beschwört eine apokalyptische Stimmung herauf, zeigt in blitzlichtartigen Momentaufnahmen aus verschiedenen Teilen der Welt die globalen Ausmaße der Epidemie. Archivbilder von Straßenunruhen verdichten sich mit eigens in Kenia, Mexiko und Indien gedrehten Szenen zu dem bedrückenden Weltuntergangsszenario. Allerdings gerät die epische Dimension in den Hintergrund, dient nur als Blaupause für etwas Intimeres, Flüchtigeres. Im Mittelpunkt steht hier eine melancholische Liebesgeschichte, die gerade angesichts der dramatischen Ereignisse durch ihre Schlichtheit überzeugt. Für ungewöhnliche Romanzen hat Mackenzie ohnehin ein sicheres Gespür, wie er bereits mit Werken wie "Hallam Foe - this is my story" bewiesen hat. Auch bei "Perfect Sense" verzichtet er auf kitschigen Zuckerguss, schafft stattdessen eine intime Atmosphäre. Mit der Kamera bleibt er stets ganz nah dran an Ewan McGregor und Eva Green, die der zerbrechlichen Liebesbeziehung mit jedem weiteren Epidemiebedingten Sinnesverlust eine eindringlichere Dimension verleihen.

Angesichts der Katastrophe zelebriert Mackenzie die kleinen, allzu selbstverständlich gewordenen Dinge im Leben, den Geruch, wenn wir eine Küche betreten, den Geschmack eines guten Essens. Nicht die Frage nach Leben oder Tod steht in "Perfect Sense" im Mittelpunkt. Vielmehr werden die Charaktere aufgrund des allmählichen Verlustes ihrer Sinneswahrnehmungen gezwungen, sich immer wieder von neuem an die veränderten Lebensumstände anzupassen und die Dinge ihrer Umgebung anders zu bewerten. Können wir das Essen nicht mehr schmecken, lernen wir eben die unterschiedliche Konsistenz der Gerichte schätzen. Können wir nicht länger hören, erfreuen wir uns daran, dass die Vibration der Musik unseren Körper durchdringt.

Bisweilen findet der Sinnesverlust der Figuren auch auf formaler Ebene ihre Entsprechung. So folgt auf den Verlust des Gehörsinns das Verstummen der Tonspur. Auf diese Weise nehmen wir die Perspektive der Protagonisten ein, werden ebenfalls zu einer anderen Art der Wahrnehmung gezwungen. Wenn die Leinwand schweigt, müssen wir genauer hinsehen, um zu erkennen, was uns die Bilder zu sagen haben. Schrecklich, traurig, schön, hoffnungsvoll - Mackenzies Bilder lassen die Leinwand auf vielfältige Weise erglühen. Bis auch die letzte Sinneswahrnehmung verschwindet und nichts als Dunkelheit bleibt.

Perfect Sense

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4,0  (1 User) 7,0 (Filmreporter)

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Mit "Perfect Sense" hat David Mackenzie ein betörend schönes Liebesdrama realisiert. Vor dem Hintergrund der apokalyptischen Ereignisse wird sein Werk zur melancholischen,... mehr
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