Feature

Near Dark - Die Nacht hat ihren Preis
Düsteres Vampirdrama

Kathryn Bigelows Horrorexkurs

Verträumt und zugleich ängstlich schaut die hübsche Mae (Jenny Wright) in den dunklen Himmel. Dabei sinniert sie über die Klänge der Nacht, die sie dank ihrer geschärften Sinne wahrnehmen kann. Caleb (Adrian Pasdar) weiß noch nicht, dass die Schöne ein Vampir ist und fühlt sich von der geheimnisvollen jungen Frau magisch angezogen. Vampirfilme sind untrennbar mit Sehnsucht, Gewalt, Liebe, Sex und Tod verbunden. Auch in Kathryn Bigelows Schauerromanze "Near Dark - Die Nacht hat ihren Preis" wird es für die Liebenden gefährlich.
Von  Stefan Huhn/Filmreporter.de, 31. März 2012

Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens

Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens

Filmgeschichte mit Biss
Vampire sind seit Anbeginn des Films ein fester Bestandteil im Kino. Grundlage für den Mythos bildet Bram Stokers Bestseller "Dracula", dessen Protagonisten und Motive viele Filmemacher inspirieren. Friedrich Wilhelm Murnaus Stummfilm "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens" befasst sich 1922 auf anspruchsvolle Weise mit dem Genre. Ein halbes Jahrhundert später stellt Klaus Kinski sein Können als Graf Dracula in Werner Herzogs "Nosferatu - Phantom der Nacht" unter Beweis. Eng an die Romanvorlage hält sich Francis Ford Coppola 1992 in "Bram Stoker's Dracula" mit einem verstörend guten Gary Oldman.

Auch losgelöst vom bösen Grafen waren und sind Vampire Gegenstand zahlreicher Verfilmungen. Inzwischen treiben die Blutsauger auch in der modernen Gesellschaft ihr Unwesen. So begleitet "Interview mit einem Vampir" eine Gruppe von Vampiren durch die Jahrhunderte bis in die Gegenwart. Wie schneidet Bigelows Genrebeitrat im Vergleich zu anderen Vampirfilmen ab?

Near Dark - Die Nacht hat ihren Preis

Near Dark - Die Nacht hat ihren Preis

Bürde des Vampirismus
Die Handlung ist schnell erzählt: Der junge Cowboy Caleb (Adrian Pasdar) lernt auf einem nächtlichen Streifzug die bezaubernde Mae (Jenny Wright) kennen. Schnell wird aus der Romanze ein Alptraum, als der Protagonist von seiner Angebeteten gebissen wird. Diese nimmt Caleb in eine Gruppe von Vampiren auf. Von nun an muss er beweisen, dass er ein würdiger Vertreter der Spezies ist. Dass Caleb dafür Menschen töten soll, stellt eine große Hürde für ihn da.

Caleb ist nicht grundlegend böse wie der kompromisslose Anführer Jesse (Lance Henriksen) oder der anarchistische Severen (Bill Paxton), der permanent gewaltbereit ist. In einer Schlüsselszene fällt Calebs Familie in die Fänge des Vampirclans und der Zuschauer verfolgt gebannt, wie der sich entscheidet. In Joel Schumachers "Lost Boys" spielt die Gruppenzugehörigkeit ebenfalls eine große Rolle. In diesem Aspekt ähneln sich die Filme. Allerdings kommt Schumachers Vampirvariante ohne Bigelows dramatische Züge aus und tendiert mehr zur Komödie.

Seite: 1 Seite vor >>

Zum Thema

Filmplakat zu Near Dark - Die Nacht hat ihren Preis

Near Dark - Die Nacht hat ihren Preis

Caleb (Adrian Pasdar) lebt mit seinem Vater und seiner Schwester auf einer Ranch. Eines Abends lernt er in der Stadt die reservierte Mae (Jenny Wright) kennen. Caleb ist von der hübschen jungen... mehr
Passion

Weitere Features

Brian de Palmas Thriller-Comeback

Lange Zeit gilt Brian de Palma als legitimer Nachfolger Alfred Hitchcocks. "Dressed to weiter
Felix the Cat: Komplettbox

Trickfilmklassiker über den frechen Kater Felix

Kater Felix wird bereits in den 1920er Jahren von den Kindern geliebt. Sie kennen den Trickfilmhelden als tollpatschigen, frechen und weiter
Einander zugetan Melanie Lenz und Joseph Lorenz in "Paradies: Hoffnung"

Ulrich Seidl provoziert

Mit seiner "Paradies"-Trilogie gelingt Ulrich Seidl ein in der Filmgeschichte einzigartiges Kunststück. Jeder der drei Filme der Reihe weiter
© 2013 Filmreporter.de