© Warner Home Video
TV-Splitter á la "Game of Thrones"
"Breaking Bad" auf dem Vormarsch?
Mafiaboss Toni Soprano (
James Gandolfini) klagt bei seiner Therapeutin Dr. Jennifer Melfi (
Lorraine Bracco) wieder mal über seine Selbstzweifel. War die Therapie des Soziopaten anfangs noch eine Herausforderung, kommen Melfi langsam Zweifel. Ist es moralisch vertretbar, einen Verbrecher zu therapieren, um ihn dann noch effizienter wieder auf die Gesellschaft loszulassen? Das ist ein Thema von "
Die Sopranos". Wir haben mal darüber nachgedacht, warum komplexe US-amerikanische Fernsehserien so erfolgreich sind.
© Paramount Pictures
Twin Peaks - Die zweite Season (Teil eins)
Komplexität ersetzt Dumpfbacke
Fernsehserien haben bis in die 1990er Jahre meist einen einfachen Aufbau. So sind die Episoden in sich abgeschlossen und nur wenige Motive und Figuren ziehen sich durch alle Staffeln. Beispielhaft dafür sind die US-Krimiserien aus den 1980er Jahre wie "
Simon & Simon" und "
Ein Colt für alle Fälle". Komplizierter wird es 1990 in
David Lynchs verstörender Mystery-Serie "
Twin Peaks". Hier wird eine fortlaufende Geschichte erzählt, so dass der Zuschauer möglichst alle Folge sehen muss, um im Bilde zu bleiben. Der Reiz liegt in der ausführlichen Charakterisierung der Figuren und ihrer Entwicklung über einen längeren Zeitraum. Seit Ende der 1990er Jahre etablieren sich Fernsehserien, die gerade wegen ihrer Komplexität eine größere Zuschauerbindung schaffen.
Dazu gehört die von Publikum und Kritik gleichermaßen gelobte Mafia-Serie "Die Sopranos" (1999 bis 2007) des US-amerikanischen Pay-TV-Senders
HBO. Dreh- und Angelpunkt ist Mafioso Tony Soprano, der wegen seiner ausgewachsenen Depression eine Therapie beginnt. Dort werden Familienprobleme analysiert aber auch seine Rolle als Mafiaboss besprochen. Zudem wird dem Zuschauer die Funktionsweise der Psychotherapie vor Augen geführt. Wie in US-Fernsehserien üblich, treten regelmäßig Stars in selbstironischen und -referenziellen Gastrollen auf.
© Warner Bros.
The Wire - Die komplette 4. Staffel
Harte Cops, intrigante Könige
Auch Krimi-Serien á la "
The Shield" und "
The Wire" (beide wurden von 2002 bis 2008 Produziert) sind vielschichtig. Sie versuchen den Alltag der US-Polizei so realistisch wie möglich zu vermitteln. "The Shield" handelt von der Arbeit einer Spezialeinheit in Los Angeles, deren Hauptaufgabe die Bekämpfung von Gang-Kriminalität ist. Geleitet wird die Abteilung von Vic Mackey (
Michael Chiklis), der mit seinen Männern häufig am Rande der Legalität agiert. Dieser Drahtseilakt bildet den Kern der Krimiserie, die zudem den Einfluss von Politik und Gesellschaft auf die Arbeitsweise der Polizei beleuchtet. In "The Wire" versucht ein Team aus Polizisten mit Abhöraktionen dem Drogenhandel in Baltimore Einhalt zu gebieten. Wie bei "The Shield" legen die Macher Wert auf realistische Charaktere. In düsteren Bildern wird am Beispiel Baltimores aufgezeigt, wie die Kriminalität in den USA ganz Städte in Beschlag nimmt. Auch Fantasy wie die 2011 gestartete Saga "
Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer" punktet mit dem komplexen Aufbau und den vielschichtigen Beziehungsgeflechten. Mit
Sean Bean und
Peter Dinklage perfekt besetz, kämpfen in dem Fantasy-Epos die Könige der sieben Reiche um die Vorherrschaft. Die intriganten Machtspiele nehmen mit jeder Folge an Dramatik zu. Sie werden vor einer großartigen Kulisse ausgetragen.