| Originaltitel | Die tödliche Maria | |
| Genre | Drama, Fantasy | |
| Land & Jahr | Deutschland 1993 | |
| Kinostart | 03.02.1995 (Sputnik Film Verleih) | |
| FSK & Länge | ab 16 Jahren• 106 min. | |
| Regie | Tom Tykwer | |
| Darsteller | Nina Petri, Katja Studt, Juliane Heinemann, Josef Bierbichler, Peter Franke, Jean Maeser | |
| Links | IMDB | |
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Bewertung (Skala: 1-10)
Noch keine Userbewertungen Noch keine Userkommentare Redaktion:7.0
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Es geht makaber zu in "Die tödliche Maria". Dass es im Thriller von Tom Tykwer zu dem einen oder anderen Todesfall kommt, ist kein Geheimnis; das gibt schon der Titel preis. Wer auf welche Weise stirbt, das soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Interessanter ist ohnehin weniger der Ausgang des Films, als vielmehr das Schicksal seiner Protagonistin und die kafkaeske Situation, in der sich diese befindet.
Maria (Nina Petri) ist verheiratet und bezieht gemeinsam mit ihrem um vieles älteren Mann Heinz (Peter Franke) und ihrem gelähmten Vater (Josef Bierbichler) angesichts ihrer ärmlichen Verhältnisse eine kleine Wohnung. Das Dasein der jungen Frau ist trist und trostlos. Heinz beachtet sie kaum und interessiert sich eigentlich nur dafür, ob das Essen rechtzeitig auf dem Tisch steht. Er führt sie an der kurzen Leine, sperrt sie zu Hause ein und ab und benutzt er sie sexuell, was sie stillschweigend über sich ergehen lässt. Ihr Vater ist für Maria in dieser Situation keine Stütze. Wie Heinz quält auch er seine Tochter. Doch wegen ihrer Schuldgefühle ihm gegenüber - seine Lähmung trat ein, nachdem er sie als zehnjährige beim Küssen eines Jungen erwischt hatte -, duldet sie auch seine Misshandlung.
Nur in ihrer Sammlung toter Fliegen und den Briefen, die sie ihrem Talisman heimlich schreibt, findet sie ein wenig Trost. Als sie ihren Nachbarn Dieter (Joachim Król) kennenlernt - auch er hat eine Sammelleidenschaft - entdeckt sie in ihm einen Seelenverwandten. Maria beschließt, ihr Leben endlich zu ändern. Gibt es einen Ausweg aus ihrer trostlosen Situation, gibt es ein Entkommen von den sie streng bewachenden Männern?
In seinem Kinodebüt setzt Tom Tykwer fast alle filmische Mittel ein, um die beklemmende Welt seiner einsamen Heldin zu visualisieren. Blasse Farben sowie eine gedämpfte Beleuchtung machen die Gefangenschaft Marias deutlich. Verstärkt wird die depressive Atmosphäre durch den stimmungsvollen musikalischen Soundteppich, den Tykwer mit Klaus Garternicht selbst komponierte. Eine für den Regisseur typische sehr bewegliche Kamera, zahlreiche schräge Einstellungen und extreme Großaufnahmen bringen "Die tödliche Maria" zwar gefährlich nahe an einen aufdringlich wirkenden Manierismus, schaffen es dennoch, die innere Spannung der Titelfigur zu betonen.
Auch bei der Führung seiner Darsteller zeigt Tykwer sein früh gereiftes Können. Nina Petri, Josef Bierbichler und Joachim Król, aber auch die junge Katja Studt in der Rolle der jugendlichen Maria bieten eine überzeugende Ensemble-Leistung und geben dem gelungenen Einstand des zur Entstehung des Films gerade mal 28 Jahre alten Regisseurs den letzten Schliff.
