| Originaltitel | Absurdistan |
| Alternativ | Azerbaijan Dream (Arbeitstitel) |
| Land & Jahr | Deutschland/Aserbeidschan 2007 |
| Kinostart | 20.03.2008 (farbfilm verleih) |
| FSK & Länge | ab 12 Jahren• 87 min. |
| Regie | Veit Helmer |
| Darsteller | Kristýna Maléřová, Max Mauff, Nino Chkheidze, Ivane Ivantbelidze, Ani Amiridze, Ilko Stefanovski |
| Links | IMDB |
Absurdistan ist ein kleines Dorf auf dem Land. Dort verbringen die Männer ihre Tage faul im Teehaus, während ihre Frauen arbeiten. Seine Pflicht erfüllt "das starke Geschlecht" nur abends im Bett. Als auch noch die Wasserleitung instand gesetzt werden muss - und keiner der Männer auch nur einen Daumen krümmt - haben die Frauen genug und rufen einen Sexboykott aus! Das Dorf wird zwischen den Geschlechtern aufgeteilt, Stacheldraht verlegt, Telefonleitungen gekappt und Fallstricke gespannt. Unter den Animositäten leidet vor allem das junge Liebespaar Temelko (Max Mauff) und Aya (Kristýna Maléřová), das sehnsüchtig auf seine erste gemeinsame Nacht wartet. Doch wie zueinander kommen, wenn das Dorf im Ausnahmezustand ist. Jetzt ist guter Rat teuer.
Regisseur Veit Helmer stieß in einer Zeitungsmeldung auf den kuriosen Stoff: Frauen eines Dorfes in der Südtürkei boykottierten laut der Meldung ihre Männer so lange im Bett, bis die marode Trinkwasserleitung repariert war. In Helmers Geschlechterkomödie spielt der Ort der Handlung keine Rolle. Schauplatz der Dreharbeiten war Aserbaidschan und Georgien, die Darsteller kommen gar aus 18 Ländern. Die Sprachprobleme am Set hielten sich dank mehrerer Übersetzer im Rahmen. Im Film gelang es Helmer, Bilder für seine Parabel zu finden, die längere Dialoge überflüssig machen. Selbst die Schrift im Film ist durch Piktogramme ersetzt. Die kommentierende Erzählerstimme und der stimmige Score erinnern zuweilen an Szenen aus Jean-Pierre Jeunets "Die fabelhafte Welt der Amélie". Schelmisch-naiv eskaliert der Kampf der Geschlechter mit absurd-witzigen Wendungen. So schleicht sich einer der bestreikten Männer als Frau verkleidet ins Lager der Frauen, wird von diesen aber erkannt und in einen Kartoffelsack gesteckt. In einer anderen Szene veranstalten die Frauen eine Bauchtanzvorführung, um die gierigen Männer in einen Wassergraben zu locken.
Das Wasser ist ein im Film wiederkehrendes Motiv. Sein Versiegen steht für den allmählichen Rückzug der Männer aus ihren ehelichen Beziehungen. Die Großmutter (Nino Chkheidze) stimmt der ersten gemeinsamen Nacht der jungen Liebenden Temelko (Max Mauff) und Aya (Kristýna Maléřová) nur zu, wenn beide zuvor baden.... Schade, dass die Farce die Möglichkeiten des ergiebigen Filmstoffs nicht ausschöpft. Was eine poetische Liebesgeschichte mit komischen Einfällen geworden ist, hätte auch zur Satire auf gesellschaftliche Rollenklischees getaugt. Trotzdem ist Veit Helmer eine warmherzige Komödie gelungen, die gänzlich unprätentiös darauf aufmerksam macht, dass elementare Bedürfnisse universell gelten.

Regisseur Veit Helmer trägt seine Hauptdarstellerin Kristýna Malérova auf Händen. Bei der Deutschland-Premiere von "Absurdistan" war dem Regisseur anzumerken, wie viel Spaß... mehr
Max Mauff gehört zu den Youngsters der deutschen Schauspielszene. Wie schwer ihm die Entscheidung fiel, Schule gegen Schauspielberuf einzutauschen, erzählt... weiter
"Absurdistan" ist in München. Gestern Abend, dem 17. März 2008, präsentierte Regisseur Veit Helmer seine neue Komödie. Das Publikum im Forum am Deutschen Museum war begeistert. weiter