| Originaltitel | Chinjeolhan geumjassi |
| Genre | Drama, Thriller |
| Land & Jahr | Südkorea 2005 |
| Kinostart | 11.01.2007 (3L Filmverleih) |
| FSK & Länge | ab 16 Jahren• 112 min. |
| Regie | Park Chan-Wook |
| Darsteller | Lee Young-ae, Choi Min-sik, Tony Barry, Anne Cordiner, Su-hee Go, Hye-jeong Kang |
| Homepage |
http://www.3l-filmverleih.de |
| Links | IMDB |
Seit 13 Jahren verbüßt die bildhübsche Lee Geum-ja (Lee Young-ae) eine Gefängnisstrafe. Sie wurde verurteilt, mit gerade 19 Jahren einen kleinen Jungen ermordet zu haben und gestand vor Gericht die Tat. Die Öffentlichkeit war geschockt - ein Engel mit dem Wesen eines Teufels wurde überführt. Man gab ihre kleine Tochter zu Pflegeeltern in Fürsorge. Während der Haft erwarb Geum-ja den Ruf einer reuigen, gutherzigen Geläuterten. Doch sie ist weder das noch eine kaltblütige Mörderin - in Wahrheit verbüßte sie die Strafe unschuldig hinter Gitter. Was niemand ahnt: Sie verfolgt einen bis ins kleinste Detail ausgetüftelten Racheplan an ihrem einstigen Kindergartenlehrer Mr. Baek (Choi Min-sik), dem wahren Schuldigen. Der hatte sie während ihrer Schulzeit in seine Gewalt gebracht. Nun wird Geum-ja entlassen und ein teuflisch orchestrierter Rachefeldzug kann beginnen.
Tragödien griechischer Tragweite haben es Park Chan-Wook angetan. Der Erschaffer tiefroter Kultfilme wie "Sympathy For Mr. Vengeance" und der einer wesentlich breiteren Gemeinde bekannten Pulp-Quäl-Oper "Oldboy" vollendet seine Rache-Trilogie. Nach den Maßstäbe setzenden Vorgängern lag die Messlatte hoch, so dass sich Park für einen anderen Ansatz entschied - den des in sich gekehrten Kunstdramas. Das hat zur Folge, dass die Handlung in ein verwirrend nicht-lineares Netz aufgesplittert ist und die kaum erträgliche Brutalität der Vorgänger nur am Rande auftaucht. Mit der engelsgleichen, undurchsichtigen Hauptfigur, die Meiko Kaji, Japans ewiger Rachegöttin ("Lady Snowblood"), nachempfunden ist, hätte eigentlich nicht viel schief gehen können. Mangelnde Eigenständigkeit kann man Park auch nicht vorwerfen. Wohl aber die Unlust, nach klassischen Gesichtspunkten zu erzählen. Zu oft verliert er sich in unwichtigen Details, zu selten erlaubt er Zugang zu den Gefühlen seiner Hauptfigur. Park erliegt dem Wahn, wichtige und große Filme inszenieren zu können - und liefert die schwächste Leistung bisher ab, überkonstruiert, anmaßend, distanziert, leer.
