| Originaltitel | Le Scaphandre et le papillon | |
| Alternativ | The Diving Bell and the Butterfly (Intern. Festivaltitel) | |
| Genre | Drama | |
| Land & Jahr | Frankreich/USA 2007 | |
| Kinostart | 27.03.2008 (Prokino Filmverleih) | |
| FSK & Länge | 112 min. | |
| Regie | Julian Schnabel | |
| Darsteller | Mathieu Amalric, Emmanuelle Seigner, Marie-Josée Croze, Hiyam Abbas, Niels Arestrup, Fiorella Campanella | |
| Links | IMDB | |
|
Bewertung (Skala: 1-10)
User:9.0
Anzahl User:1
Anzahl Userkommentare:1
Redaktion:8.0
| ||
Nach einem Schlaganfall findet sich der 43-jährige "Elle"-Chefredakteur Jean-Dominique Bauby (Mathieu Amalric) im Krankenhaus wieder. Er hat überlebt, doch allein sein linkes Auge und sein Verstand sind verschont geblieben. Blinzeln ist die einzige Bewegung, die er bewusst steuern kann. Bis zum Ende seiner Tage muss der bislang so dynamisch agierende Mann mit dem "Locked-In-Syndrom" leben. Nach der erschütternden Diagnose folgt ein weiterer Schicksalsschlag. Das rechte Auge muss zugenäht werden, damit sich eine Entzündung nicht verbreiten kann. Humor wird zu Selbstironie und dann zu Sarkasmus. Die Verzweiflung lässt Bauby jede Hilfe ablehnen. Als eines Tages die Krankenschwester Henriette Durand (Marie-Josée Croze) ihm eine Lösung präsentiert, muss er zunächst innerlich lachen. Sie will ihn die Buchstaben des Alphabets nach der Häufigkeit ihrer Verwendung laut aufsagen. Wenn er den gewünschten Buchstaben hört, soll Bauby blinzeln. Ein anstrengendes wie gewagtes Experiment. Doch so wird sein linkes Auge tatsächlich zum Diktiergerät...
Regisseur Julian Schnabel verfilmt die wahre Geschichte von Jean-Dominique Bauby, der seine Memoiren in 15 Monaten mit Hilfe seines linken Auges diktierte. "Schmetterling und Taucherglocke" ist ein faszinierendes Werk. Baubys Lähmung geht eine optische Symbiose mit den von Schnabel gewählten Bildern ein. Die grünlichen Wände im Zimmer, der Fokus auf den Fernseher und Nahaufnahmen der Krankenschwestern sind die wiederkehrenden Motive. Sie bringen den Zuschauern die eingeschränkte Welt des Protagonisten nahe. Thema sind Selbstwahrnehmung und Eingeschlossen-Sein, was die lange unruhige Anfangssequenz aus Sicht des Patienten eindrucksvoll deutlich manifestiert. Naturaufnahmen in die Weite kontrastieren mit der Enge des Krankenzimmers. Die gewagte Kameraführung von Janusz Kaminski ("Catch me if you can") unterstützt gekonnt die Aussage des Dramas. Glänzende Darsteller wie Mathieu Amalric, Emmanuelle Seigner und Max von Sydow geben die Komplexität der Charaktere überzeugend wieder. Das Ergebnis lässt sich sehen: Julian Schnabel wurde 2007 in Cannes für "Le Scaphandre et le papillon" als bester Regisseur gekürt.
