| Originaltitel | Den brysomme mannen |
| Alternativ | The Bothersome Man (intern. Titel) |
| Genre | Drama, Mystery |
| Land & Jahr | Norwegen/Island 2006 |
| Kinostart | 04.10.2007 (Zorro Film) |
| FSK & Länge | 90 min. |
| Regie | Jens Lien |
| Darsteller | Trond Fausa Aurvaag, Petronella Barker, Per Schaaning, Birgitte Larsen, Johannes Joner, Ellen Horn |
| Homepage |
http://www.zorrofilm.de/de/profile.ph... |
| Links | IMDB |
Ein Bus fährt vor, entlässt einen Mann mittleren Alters in eine verlassene Landschaft und fährt wieder davon. Bald darauf taucht ein Ein-Mann-Empfangskomitee auf. Andreas (Trond Fausa Aurvaag) wird freundlich begrüßt und in die Stadt gebracht. Dort tritt er seinen neuen Job an und wird auch vom jovialen Chef geradezu freundschaftlich empfangen. Er könnte sich glücklich schätzen, in dieser blitzblanken Hochhausstadt mit so vielen netten Leuten zu arbeiten. Aber irgendetwas stimmt mit diesen perfekten Gebäude- und Gesichterfassaden nicht! Das dämmert ihm - und dem Zuschauer - spätestens in dem Moment, als zwei Männer vom Rettungsdienst ungerührt plaudernd einen Selbstmörder von der Straße auflesen. Andreas reagiert panisch. Er versucht, dem gefühllosen Perfektionismus um sich herum zu entkommen. Durch Sex, Flucht und Selbstmord. Aber er scheitert auch hierin. Lebendigkeit darf es in dieser aseptischen Welt mit ihrer scheinbar perfekten Kontrolle nicht geben. Andreas wird aufgegriffen und hart bestraft.
Jens Liens "Anderland" führt seinen Protagonisten und die Zuschauer in eine unheimliche, leblose Welt. Andreas könnte aus den Filmen von Aki Kaurismäki stammen, er tritt in einer rätselhaften Firma einen neuen Job an. Die Stadt, in der er dabei landet, erinnert nicht zufällig an George Orwells "Brave new world": Ein perfekt organisierter und bis in die letzten Ecken durchkontrollierter Ort. Die glatten, spiegelnden Häuserfassaden und die perfekten Innenausstattungen schaffen ein modernes Design und wirken zugleich wie eine Gespensterstadt. Dem zivilisationskritischen Gestus ist eine surreale Ebene beigestellt. Der norwegische Regisseur und sein Kameramann John Christian Rosenlund finden atmosphärisch dichte Bilder, um Andreas Isolation und seine zunehmend autoaggressive Suche nach vitalen Erlebnissen zu vermitteln. Vision und Aktion sind dabei oft nicht zu trennen. Der offene Schluss entlässt den Zuschauer mit mehreren Deutungsmöglichkeiten. Optisch und inhaltlich eindringliches und ein wenig verrücktes Vexierspiel.

Jens Liens "Anderland" führt seinen Protagonisten und die Zuschauer in eine unheimliche, leblose Welt. Andreas könnte aus den Filmen von Aki Kaurismäki stammen, er tritt in... mehr