| Originaltitel | Nichts geht mehr |
| Genre | Komödie |
| Land & Jahr | Deutschland 2007 |
| Kinostart | 08.05.2008 (Alpha Medienkontor) |
| FSK & Länge | ab 12 Jahren• 87 min. |
| Regie | Florian Mischa Böder |
| Darsteller | Jörg Pohl, Jean-Luc Bubert, Nadja Bobyleva, Susanne Bormann, Oliver Bröcker, Hauke Heumann |
| Homepage |
http://www.nichtsgehtmehr-derfilm.de |
| Links | IMDB |
Der Streich der Brüder August (Jean-Luc Bubert) und Konstantin (Jörg Pohl), die Verkehrsampeln einer Bochumer Kreuzung zu schwärzen, wird zum Politikum erhoben. In den Medien ruft man zur Hatz auf eine vermeintlich linksautonome Terroristengruppe auf. Die beiden jungen Männer verlassen darob entsetzt die Stadt. In Hannover kommen sie in der Wohnung von Konstantins Freundin Marit (Nadja Bobyleva) unter. Dort knüpfen sie nun wirklich Kontakte zur linken Szene, geben sich die absurden Codenamen "Chicago" und Sydney" und planen recht dilettantisch einen Anschlag auf das Stromnetz der Stadt. Während August sich in seiner neuen Rolle als polizeilich gesuchter Bürgerschreck immer besser gefällt, bekommt Konstantin kalte Füße. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es zwischen den Brüdern zum Bruch kommt.
Hans Weingartners "Die fetten Jahre sind vorbei" hat eine Nachahmungstat provoziert. Florian Mischa Böders Auseinandersetzung mit jugendlichem Leichtsinn und der Eigendynamik einer Posse kommt trotz des Themas wesentlich unpolitischer daher. Übermalte Ampellichter taugen zwar als Metapher für die Orientierungslosigkeit der jüngeren Generation. Sie dienen auch als Denkanstoß zu Spekulationen um eine RAF des 21. Jahrhunderts. Letzten Endes ist der Terrorismus in "Nichts geht mehr" aber nur Staffage. Im Kern geht es der Tragikomödie ohne gesellschaftspolitischen Überbau um das Verhältnis zweier Brüder. Dass diese Beziehung für den Zuschauer so plastisch wird, liegt an dem Spiel der Hauptdarsteller. Jörg Pohl, dessen sonore Stimme ein wenig an Ben Becker erinnert, wurde zu recht für seine Leistung mit dem begehrten Max Ophüls Preis ausgezeichnet. Die Jury begründete ihre Entscheidung, es gelänge ihm "die Spannweite der Figur zwischen jugendlicher Euphorie und inneren Zweifeln verständlich zu machen." Das sagt auch etwas über das Augenmerk des Dramas aus. Ein ordentliches Drehbuch mit passgenauen Dialogen und soliden Schauspielern macht die zahme Geschichte unterhaltsam, aber nicht mitreißend.

Regisseur und Drehbuchautor Florian Mischa Böder sinniert glaubwürdig die Befindlichkeit einer unpolitischen Jugend. mehr