| Originaltitel | Lacombe Lucien | |
| Genre | Drama | |
| Land & Jahr | Frankreich/BRD/Italien 1974 | |
| Kinostart | 15.03.1974 | |
| FSK & Länge | ab 16 Jahren• 138 min. | |
| Regie | Louis Malle | |
| Darsteller | Pierre Blaise, Aurore Clément, Holger Löwenadler, Therese Giehse, Stéphane Bouy, Loumi Iacobesco | |
| Links | IMDB | |
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Bewertung (Skala: 1-10)
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Frankreich, im Juni 1944. Der 17-jährige Bauernsohn Lucien Lacombe (Pierre Blaise) arbeitet im örtlichen Krankenhaus. Sein Vater ist Gefangener der deutschen Besatzer. Um die Familie durchzufüttern, arbeitet Luciens Mutter als Hausmädchen am Hof eines Großbauers. Als der junge Mann von der Resistance als Kader abgelehnt wird, gesellt er sich trotzig zu der deutschen Geheimpolizei. Das neue Gefühl der Macht verändert Lucien. Bei den Besuchen in dem Haus des jüdischen Schneiders Albert Horn (Holger Löwenadler) kostet er seine neue Stellung aus. Horns Tochter France (Aurore Clément) weckt Luciens Interesse und Zuneigung. Mit dem Heranrücken der Alliierten wird dem jungen Kollaborateur klar, dass ein Leben mit France nicht möglich ist.
Ursprünglich will der französische Regisseur Louis Malle seine Geschichte "Le faucon" nennen und in Mexiko drehen. Da aus Produktionsgründen dies nicht möglich ist, muss er das Drehbuch adaptieren. So schneidet er das Geschehen auf Frankreich zur Zeit der deutschen Okkupation zu. Bei der Premiere 1974 sorgte das Drama für Aufruhr. Nicht die Helden der Résistance, sondern ein Kollaborateur steht im Mittelpunkt des Geschehens. Malle engagiert den Schauspiellaien Pierre Blaise für die Rolle des trotzigen Teenagers. Er verkörpert seine Rolle lebendig und authentisch. Oft hält die Kamera still auf sein Gesicht, als würde sie seine Gedanken unter der ausdruckslosen Oberfläche ergründen wollen. Doch Malle hüllt Luciens Figur in einen geheimnisvollen Schleier. Mit wenigen Dialogen, ohne emotionale Ausbrüche zeichnet der Franzose ein psychologisches Portrait, eine filmische Abhandlung über die Korruption des Geistes durch die Macht. Preisgekröntes Zeitdokument, das einen zittern, rätseln und schaudern lässt.
