| Originaltitel | Mr. Nobody | |
| Genre | Fantasy | |
| Land & Jahr | Kanada/Belgien/Frankreich 2009 | |
| Kinostart | 08.07.2010 (Concorde Filmverleih) | |
| FSK & Länge | ab 12 Jahren• 138 min. | |
| Regie | Jaco van Dormael | |
| Darsteller | Jared Leto, Diane Kruger, Sarah Polley, Linh Dan Pham, Rhys Ifans, Toby Regbo | |
| Homepage |
http://www.mrnobody-lefilm.com http://www.mrnobody-film.de |
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| Links | IMDB | |
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Bewertung (Skala: 1-10)
User:6.3
Anzahl User:3
Anzahl Userkommentare:2
Redaktion:7.0
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Wir schreiben das Jahr 2092. Der letzte Sterbliche Nemo Nobody (Jared Leto) ist der Mittelpunkt der Medienberichterstattung. Alle anderen Erdenbewohner sind mittlerweile im Stadium der Unsterblichkeit angelangt. Nemo hätte viel zu erzählen, kann sich aber kaum noch an sein Leben erinnern.
Seine Beziehung mit Anna (Diane Kruger) ist tief und innig. Immer wieder wird das Paar getrennt, gibt die Hoffnung auf ein Wiedersehen jedoch nicht auf. Sein ganzes Leben wird von der Suche nach ihr bestimmt. Das Leben an der Seite von Elise (Sarah Polley) ist hingegen gekennzeichnet von deren Depressionen. Mit ihr hat Nemo drei Kinder, die er ebenso innig liebt, wie seine Frau. Sie nimmt ihm das Versprechen ab, ihre Asche auf dem Mars zu verstreuen, sollte sie eines Tages vor ihm sterben. Im Gefrierschlaf macht er sich auf die lange Reise zum Mars, die Urne mit Elise im Gepäck. Am wenigsten Emotion entwickelt sich in seiner Ehe mit Jeanne (Linh Dan Pham). Die Perfektion steht hier im Vordergrund. Die beiden haben drei Kinder, viel Geld und einen großen Pool, aber es fehlt an Herzlichkeit.
Das Leben von Nemo soll von drei Liebesvarianten bestimmt werden. Als 118-jähriger Greis versucht er, zurückzublicken. Zeit seines Lebens hatte er stets die Schwierigkeit, Entscheidungen zu treffen. Der Startschuss für eine Reise in Nemos Erinnerungen gelingt erst mit Hilfe einer Hypnose.
Alles hängt von Entscheidungen ab, nichts vom Zufall. So zumindest lautet die Arbeitsthese des Protagonisten in "Mr. Nobody". Nur was sind die richtigen Entscheidungen? Wohin führen sie uns? Jaco van Dormaels tragikomisches Phantasie-Liebesdrama nimmt den Zuschauer auf eine Reise voller Möglichkeiten, voller verschiedener Lebensentwürfe mit. Die Idee des belgischen Regisseurs überzeugt. Passend zur wachsenden Komplexität der Entscheidungen und Vorgänge in unserer gesellschaftlichen Gegenwart portraitiert van Dormael mehrere mögliche Biografien einer Person. Glaubhaft übermittelt er den Spagat zwischen der Entscheidungsfreiheit einerseits und dem Zwang Entscheidungen treffen zu müssen andererseits. Je mehr Möglichkeiten sich einem bieten, desto schwieriger fällt oft die Auswahl. Am liebsten will man immer alles haben, ist unfähig mit einer Entweder-Oder Situation klarzukommen. Jemand mit diesem Problem hat ein kompliziertes Leben. Der Regisseur führt uns ein solches vor Augen. Liebevoll widmet er sich den unterschiedlichen Abläufen einer Biografie. Durch die blitzartigen Szenenwechsel gerät der Zuschauer in den Sog von Nemos Lebensverlauf, fortwährend danach suchend, welche Entscheidungen richtig oder falsch, welche überhaupt real gefällt wurden. Ein durchweg überzeugender, weil wandlungsfähiger Jared Leto unterstreicht diese Intensität. Bis zum Schluss erhält van Dormael die Spannung aufrecht. Die Aufklärung ist schlüssig, das Kinoerlebnis gelungen. "Mr. Nobody" ist absolut empfehlenswert, vor allem dann, wenn man sich oft von möglichen Alternativen überfordert fühlt. Bohrt nicht in jedem von uns die Angst, nicht genügend gelebt zu haben?

Lange mussten wir auf sein neues Werk warten. Nach "Toto der Held" (1991) und "Am achten Tag" (1996) dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis Jaco van Dormael... weiter