| Originaltitel | Precious: Based on the Novel Push by Sapphire |
| Alternativ | Push: Based on the Novel by Sapphire |
| Genre | Drama |
| Land & Jahr | USA 2009 |
| Kinostart | 25.03.2010 (Prokino Filmverleih) |
| FSK & Länge | ab 12 Jahren• 110 min. |
| Regie | Lee Daniels |
| Darsteller | Gabourey Sidibe, Nia Fraser, Melissa Ali, Mo'Nique Imes-Jackson, Karen Giordano, Debbie Lee Jones |
| Homepage |
http://www.weareallprecious.com |
| Links | IMDB |
Claireece Jones (Gabourey 'Gabby' Sidibe), von den meisten "Precious" gerufen, muss seit Jahren ein Martyrium ertragen. Die übergewichtige schwarze Schülerin wird wiederholt von ihrem Vater vergewaltigt und sogar geschwängert. Ihre ebenfalls arbeitslose Mutter (Mo'Nique Imes-Jackson) misshandelt sie zudem sowohl seelisch als auch körperlich. Und selbst von ihren Mitschülern wird sie unentwegt schikaniert. Um den täglichen Horror überhaupt ertragen zu können, flüchtet sich das mutige Mädchen immer wieder in Tagträume, in denen sie eine Prinzessin oder ein berühmter Star ist. Die Realität holt sie jedoch schnell wieder ein. Als ihr Vater sie zum zweiten Mal schwängert, wird Precious von der Schule suspendiert. Um dennoch einen Highschool-Abschluss machen zu können, ermöglicht ihr ihre Lehrerin Mrs. Lichtenstein (Nealla Gordon), an einem alternativen Lernprogramm teilzunehmen. Dort ermutigt deren engagierte Kollegin, Miss Rain (Paula Patton) sozial benachteiligte Schüler, eigene Gedanken zu Papier zu bringen und sich selbst zu verwirklichen. Mit ihrer Hilfe fasst Precious neuen Mut und beschließt trotz aller Widerstände, ihr Leben endlich in die eigene Hand zu nehmen.
"Jeder hat etwas, das er gut kann", versucht Miss Rain ihren Schülern klarzumachen. Jeder hat etwas zu erzählen. Und jeder hat eine Lieblingsfarbe. Die von Gabourey 'Gabby' Sidibe sehr präsent Precious kann mit den Worten ihrer Lehrerin zunächst nichts anfangen. Ihr wurde so oft gesagt, wie wertlos sie sei, dass sie es langsam selbst zu glauben beginnt. Den anderen Schülern in Miss Rains Klasse geht es ähnlich. Die Lehrerin sieht in den Jugendlichen jedoch mehr, als bloß gescheiterte Existenzen. Und das macht auch Lee Daniels Film. Trotz der unfassbaren Dinge, welche die vom Leben mehrfach benachteiligte Protagonistin ertragen muss, erzählt der Regisseur nicht nur eine Leidens-, sondern auch eine Emanzipationsgeschichte. Sein Drama hätte leicht zum Rührstück werden können. Daniels verzichtet jedoch auf Kitsch und lässt trotz des bedrückenden Realismus Platz für hoffnungsvolle Momente.
Zum Gelingen dieser schwierigen Gratwanderung trägt auch das glaubwürdige Spiel der Darsteller bei. Besonders Mo'Nique Imes-Jackson sorgt in der Rolle der zutiefst verbitterten, herrischen Mutter für die intensivsten Szenen des Films. Als Precious gibt Gabourey 'Gabby' Sidibe ein beeindruckendes Leinwanddebüt. Die junge Darstellerin versteht es, ihrer gebeutelten Figur eine zu Herzen gehende Würde zu verleihen. Ihre langsame Wandlung vom desillusionierten, gebrochenen Teenager, das sich immer wieder in Tagträume flüchtet, zur kämpferischen Mutter, die ihrem eigenen Kind ein besseres Leben bieten will, bestätigt auf eindrucksvolle Weise die Worte ihrer Lehrerin Miss Rain. Jeder hat etwas, das er gut kann. Jeder hat etwas zu erzählen. Und jeder hat eine Lieblingsfarbe. Precious' Lieblingsfarbe ist übrigens gelb.

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