| Originaltitel | My name is Khan |
| Genre | Drama |
| Land & Jahr | Indien 2010 |
| Kinostart | 10.06.2010 (20th Century Fox) |
| FSK & Länge | ab 12 Jahren• 126 min. |
| Regie | Karan Johar |
| Darsteller | Shahrukh Khan, Kajol, Patrick Weil, Christopher B. Duncan, Steffany Huckaby, Carl Marino |
| Homepage |
http://www.mynameiskhanthefilm.com http://www.mynameiskhan.de |
| Links | IMDB |
Der am Asperger-Syndrom leidende Rizvan Khan (Shahrukh Khan) verlässt nach dem Tod seiner Mutter seine indische Heimat, um in den USA sein Glück zu suchen. In der Firma seines jüngeren Bruders, der sich hier seinen Traum verwirklicht hat, findet er eine Anstellung als Kosmetik-Vertreter. Während eines Verkaufsgesprächs lernt er die Friseurin Mandira (Kajol) kennen. Der naive und unerfahrene Rizvan verliebt sich in die Schönheit und es dauert nicht lange, bis die ihm trotz seiner Krankheit das Ja-Wort gibt. Doch ihr Glück währt nicht lange. Die Tragödie des 11. September hängt wie ein Schatten über ihrer Ehe. Rizvan ist Moslem und so ist die Familie dem unterschwelligen Anti-Islamismus der amerikanischen Gesellschaft ausgesetzt. Der Höhepunkt der Anfeindungen ist erreicht, als Mandiras Sohn von Schulkameraden zu Tode geprügelt wird. Eine Welt stürzt für die junge Mutter zusammen. Der Verlust bedroht auch ihre Beziehung zu Rizvan. Mandira verlässt ihren Mann und stellt ihm ein Ultimatum: Sie können erst dann wieder ein glückliches Paar werden, wenn er der Welt klar macht, dass er kein Terrorist ist. So macht sich der unschuldig-naive Rizvan auf zum amerikanischen Präsidenten, um ihm eine einfache Botschaft zu verkünden: "Mein Name ist Khan und ich bin kein Terrorist".
"My Name is Khan" beginnt verheißungsvoll und nicht wie eine typische Bollywood-Produktion. Ein indischer Moslem mit seltsamen Verhaltensformen wird an einem amerikanischen Flughafen unmittelbar nach den Terroranschlägen am 11. September gefangengenommen, weil er als Terrorist verdächtigt wird. Nach langen und für den scheuen Mann qualvollen Körpervisitationen sind sich die Sicherheitsbeamten einig: der Reisende ist unschuldig. Es entstehen peinliche Momente für die Beamten, als der am Asperger-Syndrom Erkrankte in seiner naiven Art verkündet, sein Name sei Khan und er sei kein Terrorist. Diese Szene veranschaulicht eindrucksvoll die Paranoia-Stimmung, von der Amerika nach der größten Tragödie in der Geschichte des Landes geprägt ist. Gleichzeitig verweist sie auf den grundlegenden Skeptizismus und das Vorurteil großer Teile der amerikanischen Gesellschaft gegenüber Moslems. Leider verliert der Film diesen sozialkritischen Aspekt im Laufe des Films aus den Augen. Was ambitioniert beginnt, endet in rührseligem Kitsch und unversehens befindet sich "My Name is Khan" auf dem Niveau gängiger Bollywood-Ware. Allerdings mit einigen wenigen Abweichungen vom Standard. So fehlen hier beispielsweise die fast obligatorischen Gesangs- und Tanzeinlagen. Mehr noch: Diese werden auf einigermaßen originelle Weise ironisiert. Als Rizvan und Mandira ein populäres indisches Volkslied anstimmen, lautet der klare Kommentar des Mannes, dass diese überhaupt nicht singen könne. Zwar kehrt die Erzählung wieder zum ambitionierten Aspekt der Geschichte zurück, doch wird dieser letztlich von den romantisch-rührseligen Momenten überwogen.
Einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt auch die schauspielerische Leistung Shahrukh Khans. Einerseits hält er die einmal gewählte mimische und gestische Ausdrucksbandbreite seines autistischen Protagonisten konsequent durch. Dabei hat sich der indische Superstar offenbar von Vorbild Dustin Hoffman inspirieren lassen, ohne freilich an die Glaubwürdigkeit von dessen "Rainman" zu erreichen. Andererseits wirkt seine Darstellung hölzern und manieriert, vor allem in den romantischen Szenen.

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