Arirang - Bekenntnisse eines Filmemachers - 2011 - FILMREPORTER.de
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© Rapid Eye Movies

Film: Arirang - Bekenntnisse eines Filmemachers

OriginaltitelArirang
GenreDokumentarfilm
Land & Jahr Südkorea 2011
Kinostart    26.01.2012 (Rapid Eye Movies)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 100 min.
RegieKim Ki-Duk
DarstellerKim Ki-Duk
Links IMDB

Inhalt

Nach seinem Pariser Kunststudium betätigt sich Kim Ki-Duk ("Frühling, Sommer, Herbst, Winter und... Frühling") als Maler und Drehbuchautor. 1996 realisiert er seinen ersten Film "Crocodile". Schnell macht er sich einen Namen als Autorenfilmer. 14 weitere Filme folgen in gerade mal zwölf Jahren. Bei den Dreharbeiten zu "Bi-mong" kommt es 2008 zu einem Unfall in einer Selbstmordszene. Die Schauspielerin kommt bei dem Unfall fast ums Leben - fast wäre sie wie die Filmfigur erhängt worden.

Kim Ki-Duk stürzt der Unfall in ein tiefes psychisches Loch. Er stellt das Filmemachen ein und zieht sich in ein koreanisches Bergdorf zurück. Hier setzt "Arirang" ein. Der koreanische Regisseur filmt sich selbst bei Alltagstätigkeiten, beim Kochen, beim Essen, beim Waschen, beim Trinken. Immer wieder spricht er mit sich selbst, auch über schwierige Themen. Er beschimpft sich und ehemalige Freunde, besonders frühere Regieassistenten, von denen er sich verlassen fühlt. Er sieht sich einen seiner Filme an und beginnt, hemmungslos zu weinen. So versucht er, seine Depression aufzuarbeiten. Ständig wechselt er zwischen zwei Perspektiven. Einerseits porträtiert er sich als Verlorenen, andererseits übt er scharfe Selbstkritik, die manchmal in wütendes Lamentieren mündet.

Kritik

"One, two, action!" Regisseur Kim Ki-Duk zählt seinen Hauptdarsteller Kim Ki-Duk ein. Da der Regisseur zugleich Kameramann, einziger Darsteller und Drehbuchautor ist, lassen sich die kreativen Ebenen ohnehin kaum trennen. Vielleicht ermöglicht genau dies die radikale Schonungslosigkeit von "Arirang". Kim Ki-Duk inszeniert sich selbst, legt es aber überhaupt nicht darauf an, sich im bestmöglichen Licht darzustellen. Die einfachen Mittel, mit denen der Film entstand, verbergen nicht Kims genaues Gespür für Kamera und Licht. Als Regisseur findet er das richtige Maß für die Szenenabfolge. Szenen, in denen gesprochen wird, wechseln sich dynamisch mit langen leisen Passagen ab.

Als Darsteller wirkt er ehrlich, beweist Mut zur Hässlichkeit. Mit einer einfachen Schuss-Gegenschuss-Montage inszeniert er einen Dialog mit sich selbst. Hier unterhält sich der von tiefen Selbstzweifeln geplagte Kim Ki-Duk mit seinem Alter Ego, das genug hat von all dem Selbstmitleid. Die Technik ist so simpel, wie effektiv. So entsteht nach und nach das glaubhafte Bild einer gespaltenen Persönlichkeit. Ob diese dem Zuschauer sympathisch wird, ist zweitrangig. Filmisch eingefangen ist sie vortrefflich. En passant gibt der Filmemacher tiefe Einblicke in seine Arbeit, wird zum Kritiker seiner eigenen Arbeit. Mit "Arirang" ist ihm ein meisterhaftes, schonungslos intimes Selbstporträt gelungen.

Arirang - Bekenntnisse eines Filmemachers

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