War Requiem - 1989 - FILMREPORTER.de
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Film: War Requiem

OriginaltitelWar Requiem
GenreKriegsfilm
Land & Jahr Großbritannien 1989
FSK & Länge 92 min.
RegieDerek Jarman
DarstellerNathaniel Parker, Tilda Swinton, Laurence Olivier, Patricia Hayes, Rohan McCullough, Nigel Terry
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Inhalt

In "War Requiem" setzt sich Derek Jarman mit dem Grauen des Ersten Weltkriegs auseinander. Die erschütternden Ereignisse werden aus Sicht des von Nathaniel Parker gespielten Dichters Wilfred Owen sowie einer von Tilda Swinton verkörperten Krankenschwester geschildert. Seiner Geschichte stellt Jarman einen Prolog voran, in dem Leinwandlegende Sir Laurence Olivier in seinem letzten Leinwandauftritt als alter, im Rollstuhl sitzender Soldat zu sehen ist.

In dieser Rolle rezitiert er "Strange Meeting", eines der berühmtesten Gedichte des englischen Dichters und Soldaten Wilfred Owen. Dieser hatte sich vor allem durch seine schockierenden Verse über den Ersten Weltkrieg einen Namen gemacht, bevor er am 4. November 1918, lediglich eine Woche vor Ende des Krieges, an der französischen Front durch einen Kopfschuss starb. Die dramatischen, ohne Dialoge inszenierten Szenen kombiniert Jarman mit Archivaufnahmen, die die Zerstörung und das Leid während des Krieges illustrieren.

Kritik

Als Grundlage von "War Requiem" diente Derek Jarman die gleichnamige Komposition des englischen Musikers Benjamin Britten. Seine Uraufführung hatte das Musikstück am 30. Mai 1962 in der wiederhergestellten Kathedrale von Coventry, die im Zuge der Bombardierung während des Zweiten Weltkrieges durch die deutsche Armee fast vollständig zerstört wurde. Brittens Oratorium gilt als dessen wichtigstes Meisterwerk und verbindet das Sakrale der katholischen Liturgie mit dem Profanen, das in den eingebauten Versen des englischen Dichters und Soldaten Wilfred Owen zum Ausdruck kommt. So wird das musikalische Werk zum Trauerstück, das die Schrecken des Krieges verdeutlicht und der zahllosen Opfer gedenkt.

Jarman hat die akustische Dimension von Brittens Stück um die visuelle Komponente erweitert. Seine Interpretation des Oratoriums entstand Ende der 1980er Jahre, dem Zeitraum, in dem der Filmemacher bei mehreren Videoclips erfolgreicher Bands wie den Pet Shop Boys und den Smiths Regie führte. Seiner Inszenierung von "War Requiem" merkt man die Einflüsse durch seine Arbeit als Musikvideo-Regisseur deutlich an. So entsprechen seine Bilder weniger einer klassischen Dramaturgie, sondern verdichten sich vielmehr zu einem Mosaik aus gespielten Szenen und historischen Bildern, die die bedrückende Stimmung von Brittens Komposition auch auf der visuellen Ebene reflektieren. Viele Kritiker waren begeistert von dieser Interpretation. Die Washington Post etwa bezeichnete Jarmans Werk in einem Artikel vom 19. Januar 1990 als "erstes Musikvideo, das ernsthaft als klassisches Kunstwerk" betrachtet werden müsse.

War Requiem

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