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München 72 - Das Attentat

OriginaltitelMünchen 72 - Das Attentat
AlternativMünchen '72 - Das Attentat
GenreTV-Film
Land & JahrDeutschland 2011
FSK & Länge 90 min.
RegieDror Zahavi
DarstellerHeino Ferch, Benjamin Sadler, Bernadette Heerwagen, Felix Klare, Stephan Grossmann, Vlasto Peyitch
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Inhalt/Kritik
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Inhalt

Mit den Olympischen Sommerspielen von 1972 in München will Deutschland auch sein durch den Nationalsozialismus geschädigte Image im Ausland verbessern. Die Nation möchte zeigen, welch positive Entwicklung sie seit Ende des Zweiten Weltkrieges genommen hat. Deshalb läuft die gesamte Planung des Großereignisses unter dem Motto 'heitere und friedliche Spiele'. Im Zuge dessen bleiben die Sicherheitsvorkehrungen betont locker. So dürfen die Sicherheitsbeamten keine Schusswaffen tragen.

Am 5. September 1972 hat das sanfte Konzept jedoch fatale Folgen. Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation Schwarzer September dringen ins Olympische Dorf ein. Alle israelischen Sportler werden als Geiseln genommen, viele in der Folge von den Terroristen ermordet. Dror Zahavi macht in seinem spannenden Spielfilm "München '72 - Das Attentat" die Dramatik der damaligen Ereignisse deutlich.

Kritik

"München '72 - Das Attentat" schildert die tragischen Ereignisse während der Olympischen Sommerspiele in München 1972. Es ist der erste deutsche Spielfilm zu dem Thema. Erstmals wird die deutsche Perspektive des Terroranschlags geschildert. Eindrucksvoll macht Regisseur Dror Zahavi die Dramatik der damaligen Ereignisse greifbar. Dies gelingt ihm durch eine straffe Erzähltechnik, die Überflüssiges weglässt, aber alles Relevante konzentriert.

Die zurückhaltend eingebaute Liebesgeschichte dient lediglich dazu, dem Zuschauer mehr Identifikationsmöglichkeiten zu schaffen. Glücklicherweise verzichtet Zahavi ansonsten auf kitschige Elemente. So widersteht er auch der Versuchung, einzelne Aspekte zu verklären oder einseitig darzustellen. Dies ist insofern bemerkenswert, als dass Zahavi durch seine israelische Herkunft auf spezielle Art von den damaligen Ereignissen betroffen ist.

Dem Regisseur sei es grundsätzlich wichtig gewesen, die Geschehnisse wertneutral darzustellen. Durchgängig gelingen mag ihm das jedoch nicht. So kommt die Polizei in "München '72 - Das Attentat" nicht gerade gut weg. Insbesondere der von Heino Ferch verkörperte Hauptkommissar wird als gnadenlos versagende Person dargestellt. Aber das entspricht vielleicht eben auch der damaligen Realität…

Ob dies mit dem realen Vorbild exakt übereinstimmt ist nur schwer zu beurteilen. Zwar diente der damalige Polizeipräsident Manfred Schreiber offensichtlich als Vorbild. Dieser stimmte jedoch dem Projekt "München '72 - Das Attentat" nicht zu. Deshalb wurde sein Name aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen geändert und lediglich Anleihen an seinem Handeln genommen.

Das Bernadette Heerwagens Charakter nicht wie das Vorbild heißt, hat andere Gründe. Die historische Polizistin Anneliese Graes wurde fiktionalisiert, um Zuspitzungen für eine bessere Dramaturgie vornehmen zu können. Diese behutsamen Eingriffe in das Geschehen ändern jedoch nichts daran, dass "München '72 - Das Attentat" die tragischen Münchner Ereignisse für eine neue Generation gelungenen ins Gedächtnis ruft.

Heiko Thiele/Filmreporter.de

München 72 - Das Attentat

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