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Ruhm

OriginaltitelRuhm
GenreDrama
Land & Jahr Deutschland/Schweiz/Österreich 2011
Kinostart22.03.2012 (NFP marketing & distribution)
FSK & Länge ab 12 Jahren• 103 min.
RegieIsabel Kleefeld
Darsteller Senta Berger, Heino Ferch, Julia Koschitz, Stefan Kurt, Thorsten Merten, Gennadi Vengerov
Links IMDB
Bewertung (Skala: 1-10)
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Redaktion:5.0

Film: Inhalt

In Isabel Kleefelds "Ruhm" kreuzen sich sieben Biographien. Dem Elektroingenieur Joachim Ebling (Justus von Dohnányi) wird versehentlich die gleiche Handynummer zugeteilt wie Superstar Ralf Tanner (Heino Ferch). Elisabeth (Julia Koschitz) hat lange für Ärzte ohne Grenzen gearbeitet. Jetzt stürzt sie sich in eine Affäre mit dem erfolgreichen Schriftsteller Leo Richter (Stefan Kurt).

Der erfindet sein Leben lieber am Schreibtisch, als sich in die Welt zu wagen. Seine Romanfigur Rosalie (Senta Berger) soll nun sterben. Doch Rosalie beginnt, mit ihrem Schöpfer über ihr Schicksal zu streiten. Der manische Internetblogger Mollwitt (Axel Ranisch) soll einen Vortrag halten. Währenddessen geht die naive Krimiautorin Maria Rubinstein (Gabriela Maria Schmeide) bei einer Pressereise in Askesistan verloren, nachdem sie zuvor von einer strengen Reiseleiterin mit Damenbart drangsaliert und von korrupten Beamten beraubt wurde.

Film: Kritik

Es gibt Menschen, die mag man einfach nicht. Etwa, weil sie einem schlicht unsympathisch sind. Sie machen uns eigene Schwächen bewusst, so dass wir lieber nichts mit ihnen zu tun haben wollen. In Daniel Kehlmanns Roman "Ruhm" und der gleichnamigen Verfilmung von Isabel Kleefeld gibt es davon eine ganze Menge, die jedoch äußerst plakativ sind. Angefangen beim kleinen, vom Leben gelangweilten Elektroingenieur über den manischen Internetblogger bis zur unerträglich naiven Krimiautorin, die auf einer Pressereise verloren geht. Das geschieht euch recht, möchte man diesen Verlierern zurufen und schämt sich im selben Moment der eigenen Aggression.

Am schlimmsten trifft es den internetsüchtigen Blogger, der seine Lebensrealität komplett in die virtuelle Welt verlagert hat. Er ist fett, ungewaschen und versteht nicht mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren. Eigentlich müsste er einem leidtun, doch der Ekel vor dem stinkenden Freak ist größer. Normalerweise wird im Kino versucht, die Distanz zwischen Zuschauer und Figuren zu brechen. Man soll mitfühlen und mitleiden. Doch das ist hier nicht der Fall, ob gewollt oder ungewollt. Die Figuren bleiben merkwürdig fremd, man entwickelt eher Antipathie als Sympathie. Letztlich sind sie einem egal.

Selbst das Schicksal der naiven Autorin, die im postsozialistischen Fantasie-Staat Askesistan verloren geht, berührt nicht. Ausnahme ist Romanfigur Rosalie. Aber das liegt vermutlich daran, dass sie von Senta Berger gespielt wird. Isabel Kleefeld hat die negative Grundhaltung aus Daniel Kehlmanns Roman übernommen. Am Ende fragt man sich, was man mit dieser Geschichte nun anfangen soll. Die erhebende Stimmung, die einen nach guten Kinofilmen oder Romanen ergreift, bleibt in beiden Fällen aus.

Wirklich zu überzeugen vermögen in "Ruhm" aber die Darsteller. Allen voran Senta Berger, die sich als eigensinnige Romanfigur dem geplanten Ableben verweigern will. Justus von Dohnányi hat der Kinozuschauer noch als schillernden Schlagersänger Bruce Berger aus "Männerherzen ... und die ganz, ganz große Liebe" in Erinnerung. Seine Figur in "Ruhm" könnte gar nicht gegensätzlicher sein und doch glaubt man sie ihm. In einer kleinen Nebenrolle ist der großartige Matthias Brandt zu sehen. Überhaupt lässt sich über keinen der Schauspieler Negatives sagen. Sie machen ihre Sache ausgesprochen gut und retten so einiges.

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