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Shoot Out - Abrechnung in Gun Hill

OriginaltitelShoot Out
GenreWestern
Land & Jahr USA 1971
Kinostart02.09.1971
FSK & Länge 95 min.
RegieHenry Hathaway
Darsteller Gregory Peck, Patricia Quinn, Robert F. Lyons, Susan Tyrrell, Jeff Corey, James Gregory
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Bewertung (Skala: 1-10)
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Redaktion:8.0

Film: Inhalt

Wenn einem Häftling schon bei der Entlassung aus dem Gefängnis prophezeit wird, dass man sich bald wiedersehen werde, scheint der Weg des Sträflings vorgezeichnet. Clay Lomax (Gregory Peck) denkt aber gar nicht daran, wieder auf die schiefe Bahn zu geraden. Er entfernt erst einmal die Munition aus seinem Revolver, steckt die ihm zustehenden Silbermünzen in die Tasche und macht sich auf den Weg in sein neues Leben.

Zuvor möchte er jedoch eine letzte Aufgabe erledigen. Ins Gefängnis kam er vor acht Jahren, weil er von seinem ehemaligen Partner Sam Foley (James Gregory) bei einem Überfall hinters Licht geführt wurde. Die Wunde am Rücken ist seit dem Vorfall zwar verheilt, sein Durst nach Rache jedoch noch lange nicht gestillt. Das denkt sich auch Foley, der wegen der Entlassung seines früheren Kumpels bereits drei Kopfgeldjägern engagiert hat, die ihm nach Gun Hill folgen. Der Weg ist hart, denn nicht nur Foleys Männer sind Lomax auf den Fersen. Der bekommt die Gesellschaft eines kleinen Mädchens, das ihm bei seinem Vorhaben in die Quere kommt.

Film: Kritik

Wie andere Spätwestern ist auch "Shoot Out - Abrechnung in Gun Hill" eine Dekonstruktion des Mythos einer Gründernation. Ausführlich rückt Henry Hathaway eine Gesellschaft ins Bild, der jedes Bewusstsein für Gut und Böse verloren hat. Dabei findet sich die moralische Verhärtung nicht nur in der Welt der Outlaws. Auch in der Zivilisation herrscht Ignoranz und Gleichgültigkeit gegenüber den Mitmenschen. Als Lomax das Mädchen fähigeren Erziehern anvertrauen will, findet er keine Willigen. Weder der Dorfpfarrer noch die Lehrerin des kleinen Ortes sind bereit, sich um das Kind zu kümmern. 'Was bringen sie den Kindern bei', fragt der enttäuschte Lomax die unnachgiebige Lehrerin, 'wie man an sich selbst denkt?'

Hathaway fängt diese deprimierende Welt in grobkörnigen, nüchternen Bildern ein. Von der ursprünglichen, wilden und doch schönen Natur ist in "Shoot Out - Abrechnung in Gun Hill" nicht viel zu sehen. Sie ist rau und unfreundlich. Entsprechend verzichtet er auf in die Weite schweifende Panoramaaufnahmen. Und den sintflutartige Regen, der im zweiten Drittel des Films fällt und alle Protagonisten zu einer dramatischen Begegnung zusammenführt, hat man bis dahin eher in einem Film Noir als in einem sonnengefluteten Western gesehen.

Dennoch ist Hathaway trotz seiner düsteren Bilder kein Pessimist. Nicht umsonst stellt er dem alten Revolverhelden ein kleines Mädchen zur Seite. Kaum kommt Lomax mit dem Kind in Kontakt, entdeckt er tiefere menschliche Eigenschaften in sich. Schon John Ford wusste um das identifikationsstiftende Potenzial eines Kindes und ließ in "Spuren im Sand" ein Neugeborenes die raue Schale seiner Outlaws aufbrechen. Ähnlich wiegt Hathaway das Böse, das er überall beobachtet, in Gestalt des Mädchens wieder auf. Es ist das Prinzip Hoffnung in einer Welt, die so nah am Abgrund steht.

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