| Originaltitel | Runaway Jury |
| Genre | Thriller |
| Land & Jahr | USA 2003 |
| Kinostart | 29.04.2004 (20th Century Fox) |
| FSK & Länge | ab 12 Jahren• 138 min. |
| Regie | Gary Fleder |
| Darsteller | John Cusack, Gene Hackman, Dustin Hoffman, Rachel Weisz, Bruce Davison, Bruce McGill |
| Links | IMDB |
Die These des Films: "Gerichtsfälle sind zu wichtig, um von Geschworenen entschieden zu werden". Regisseur Gary Fleder konzentriert sich nun auf die Auswahl der Geschworenen - und die absurd-ironischen Folgen dieses Prozesses. Da ist auf der einen Seite Anwalt Wendall Rohr (Dustin Hoffman), der die Klägerin vertritt und von ihrem Recht überzeugt ist. Ihm gegenüber steht nicht nur die Waffenindustrie mit ihrem hochbezahlten Verteidiger, sondern vor allem mit dem technokratischen Rankin Fitch (Gene Hackman), der einzig für die richtige Auswahl der Geschworenen zuständig ist. Fitch, der wie ein Geheimagent mit Wanzen und Observierungskameras arbeitet, kennt die Backgrounds aller potenziellen Geschworenen, und soll deshalb schon durch die Auswahl der tatsächlichen "Jury" das Urteil zugunsten seiner Mandanten beeinflussen. Doch in Form des mysteriösen Geschworenen Nick Easter (John Cusack) wird Fitch ein Kuckucksei ins Nest gelegt. Easter will der meistbietenden Partei den Urteilsspruch der Geschworenen verkaufen und untermauert schon bald eindrucksvoll, dass er dazu tatsächlich in der Lage sein könnte. Das Rechtssystem scheint in diesem spannungsgeladenen, wenngleich manchmal leicht verwirrenden Thriller ad absurdum geführt. Hier gewinnt nicht einmal mehr der, der sich den teureren und besseren Anwalt leisten kann, sondern der, der dem entscheidenden Geschworenen die höhere Geldsumme anbietet.
Eigentlich sollen die Geschworenen im US-amerikanischen Rechtssystem für Ausgewogenheit und Fairness sorgen, indem sie die Ausführungen der Betroffenen anhören und dann unvoreingenommen zu einer Entscheidung kommen. Gary Fleders Thriller "Das Urteil - Jeder ist käuflich", der - wie mittlerweile ein halbes Dutzend Filme - auf einer Romanvorlage von John Grisham basiert, hat so seine Zweifel daran. Dabei liegt das Problem gar nicht einmal bei der "Jury", wie die Geschworenen in den USA heißen - sondern in deren Ernennung. Die geschieht nämlich nicht durch ein stochastisch einwandfreies und damit faires Losverfahren, sondern durch eine knallharte Auswahl, die die Anwälte der beiden gegnerischen Parteien vornehmen. diese sind natürlich weniger an Ausgewogenheit und Fairness interessiert als vielmehr daran, den Fall für ihren Mandanten und zum Wohle ihres eigenen Geldbeutels zu gewinnen. "Das Urteil" ist ein Gerichtsfilm, der abseits der abgetretenen Pfade wandelt. Dass hier eine Witwe nicht den Mörder ihres Mannes anklagt, sondern den Hersteller des Mordinstruments, also die Waffenindustrie, ist unerhört - und doch eher nur am Rande von Bedeutung. Ohnehin ging es in Grishams Roman ursprünglich um eine Klage gegen die Tabakindustrie - aber dieses Thema hat Michael Mann mit "Insider" bereits abgehandelt.

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