© Torino Filmfestival
Turin präsentierte sich in den vergangenen Jahrhunderten in vielen Gewändern: 218 v. Chr. eroberte Hannbial - nachdem er mit seinen Elefanten die Alpen überquert hatte - die heute 900.000 Einwohner große Industriemetropole. Im sechzehnten Jahrhundert regierten die Herzöge von Savoyen in ihren eigens erbauten Schlössern und später - als die industrielle Revolution ihren Höhepunkt erreichte - veränderte sich das Stadtbild der einstigen Prunkstadt unter dem Einfluss der Familie Agnelli und ihrem Auto-Imperium Fiat zum kahlen Industriemoloch.
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Turin bei Nacht
So lautete die allgemeine Einschätzung vieler Ausländer, die spätestens seit den olympischen Winterspielen im letzten Jahr erneut revidiert gehört. Denn die restaurierten barocken Bauten erstrahlen in neuem Glanz. Die "Perle des Piemonts" - wie sie von Einheimischen heute liebevoll genannt wird - präsentiert sich vor den verschneiten Gebirgszügen der Alpen mit einem kulturellen Angebot der Extraklasse.
Vor allem im November, wenn sich die filmbegeisterte Jet-Set Meute nach ihren Pflichtterminen in Cannes, Venedig und Toronto nach ihrem wohlverdienten Winterschlaf sehnt, mahnt das Turiner Filmfestival zum Durchhalten. "Wir sind kein kleines Festival, aber eben auch kein großes", erklärt der Filmjournalist Federico Pedroni, der gemeinsam mit drei anderen Kinobegeisterten das diesjährige Programm zusammenstellte.
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Turin hat sich wieder herausgeputzt
Insgesamt 1200 Filme haben er und seine Kollegen zwischen Mai und September auf Festivals in aller Welt gesichtet, um für das 25. Jubiläum in diesem Jahr gewappnet zu sein. Hatte man mit Festivalchef Nanni Moretti ("Das Zimmer meines Sohnes") doch eigens einen prominenten Schirmherren gewonnen, der Kraft seines etablierten Namens nicht nur internationales Interesse generieren, sondern vor allem die Auswahl des Programms auf ein neues Niveau treiben sollte. "Viele glauben, er hätte nur seinen Namen geliehen. Dabei war er von Anfang an sehr involviert. Die letzte Entscheidung bei der Auswahl gehörte ihm."
Pedroni erzählt, wie einige der Filme, die ursprünglich aufgenommen werden sollten, bei Moretti durchs Raster fielen, andere dafür in letzter Sekunde auf seinen Wunsch platziert wurden. "Eine leidenschaftliche, höchst fruchtbare Zusammenarbeit", die über dreihundert italienische und vierzig internationale Journalisten zu einer Reise nach Turin bewegten.
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