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Feature

Produzent Jerry Bruckheimer wirbt in Tokyo für "Das Vermächtnis des geheimen Buches"
National Treasure Teil 2

Jerry Bruckheimer mag es laut

Wenn Jerry Bruckheimer produziert, dann geht es meist laut und spektakulär zu. In dem "Vermächtnis des geheimen Buches" untersucht Nicolas Cage als Abenteurer Ben Gates die Geschichte seiner Urahnen, die vielleicht nicht ganz so heldenhaft waren, wie er immer dachte. Dem soliden Abenteuerfilm fehlt es ein bisschen an interessanten und spannenden Wendungen.


Das Vermächtnis des geheimen Buches

Das Vermächtnis des geheimen Buches

Schatzjäger Benjamin Franklin Gates (Nicolas Cage) sitzt in der Klemme. Seine Beziehung mit der Historikerin Abigail Chase (Diane Kruger) scheitert an seinem Ego. Daher muss Gates wieder bei seinem Vater (Jon Voight) einziehen und zu allem Überfluss verkündet Mitch Wilkinson (Ed Harris), er habe den Beweis für eine Familienschande. So soll ausgerechnet sein Ur-Ur-Großvater zu den Verschwörern gehört haben, die Präsident Abraham Lincoln ermordet haben. Das kann und will Gates nicht auf sich sitzen lassen. Also macht er sich mit Riley (Justin Bartha) und Abigail auf die Suche nach einem Gegenbeweis. Dabei reisen sie nach London, Paris und beziehen auch Gates' Eltern in die Nachforschungen mit ein. Sie finden geheime Verstecke in Präsidententische, unterirdische Höhlen, und müssen immer einen Schritt schneller sein, als Wilkinson. Dabei legen sie sich noch dazu mit dem FBI an. Das ist alles nicht so einfach und um den entscheidenden Hinweis zu bekommen, müssen Gates und seine Begleitung mal eben den amtierenden Präsidenten der USA (Bruce Greenwood) entführen. Alles wegen der Familienehre, wegen einer bruchstückhaften Seite aus einem längst vergessenen Buch!


Nicolas Cage auf der Pressekonferenz zu Das Vermächtnis des geheimen Buches in London

Nicolas Cage auf der Pressekonferenz zu Das Vermächtnis des geheimen Buches in London

Nicht alles schmeckt besser, wenn man es aufwärmt. Manchmal muss nachgewürzt werden. Diesen Ratschlag hätte sich Jerry Bruckheimer zu Herzen nehmen sollen. Nach dem Erfolg von "Das Vermächtnis der Tempelritter" wurde in alter Indiana Jones Manier eine Fortsetzung produziert. Wie so oft ist das Original besser. Man kann nicht sagen, dass "Das Vermächtnis des geheimen Buches" kein gelungener Abenteuerfilm ist. Die Verfolgungsjagd mit dem Auto rückwärts durch London oder der Einbruch ins Weiße Haus und den Buckingham Palace sind sehenswert, doch fehlt es dem Film dennoch an spektakulären Szenen. Die Theorien um die Gründungsmythen von Amerika und die unzähligen Verschwörungstheorien sind ein alter Hut und deren Umsetzung mangelhaft.

Regisseur Jon Turteltaub lässt ab und an die Logik ganz eigene Wege gehen. Von den unrealistischen Momenten einmal abgesehen, ist das größte Manko, dass der Zuschauer nicht miträtseln darf. Das Tempo ist an einigen Stellen so überzogen, dass der Redeschwall nur schwer verarbeiten werden kann und dann ist spuckt Gates als wandelndes Lexikon zu schnell die richtige Antwort aus. Immerhin kann die Darstellung von Helen Mirren ("Die Queen") begeistern, sie verleiht ihrer Figur Tiefe. Nicolas Cage darf durch halb Europa jagen und so tun, als wäre alles super wichtig und es bestünde Gefahr für die ganze Welt. Diane Kruger ("Sehnsüchtig") dagegen fungiert eher als nettes Beiwerk. Jon Voight ("Heat"), Harvey Keitel ("Reservoir Dogs - Wilde Hunde") und Ed Harris ("Apollo 13") tun ihr bestes, um nicht in den oberflächigen Rollen unterzugehen. Etwas enttäuschend ist Justin Barthas Figur, der zwar immer noch für Ironie und freche Sprüche sorgt, aber mehr im Hintergrund steht. Cage hat seine Fortsetzung gedreht, und wird es sich überlegen, ob er auch bei dem anvisierten dritten Teil mitmacht. "Das Vermächtnis des geheimen Buches" ist ein netter Actionspaß mit kleineren Logikmacken, bietet aber dennoch eine kurzweilige Unterhaltung. Popkornkino a la Hollywood eben.

Heike Maleschka/Filmreporter.de - 20. Januar 2008

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