RSS SUCHE
KINOPROGRAMM LOGIN

Feature

Oscarplakat 2008
Goldener Ritter macht Geschichte

Oscar im Wandel der Zeit

Der Oscar ist für den US-Film der wichtigste Preis. Er wird jedes Jahr von der US-amerikanischen Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) verliehen und soll die besten Filme des Vorjahres auszeichnen. Die feierliche Zeremonie hat sich zu einem bedeutenden Medienereignis gemausert, das jedes Jahr von Filmschaffenden wie Filmliebhabern rund um den Globus voller Spannung erwartet wird.


Als MGM-Präsident Louis B. Mayer die "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" gründet, geht es ihm darum, das aus der Mode geratene Medium Film wieder in das Bewusstsein der Menschen zu bringen.1928 beschließt die Akademie als Förderer von Filmkunst und Technik mit einer Ehrung für herausragende Leistungen mediale Aufmerksamkeit zu schaffen. Am 6. Mai 1929 ist es soweit. Bei einem Galadinner im Hollywood Roosevelt Hotel wird der Preis das erste Mal vergeben. Spannung gehört allerdings nicht zu den herausstehenden Merkmalen der Veranstaltung. Die Gewinner werden bereits Wochen zuvor bekannt gegeben und die Verleihung ist ein reines Bankett, durch das der Präsident der Akademie, Douglas Fairbanks führt. 270 Personen sind anwesend, ein Ticket kostet bescheidene fünf US-Dollar! Fairbanks verleiht an diesem Abend 15 Preise. 14 von ihnen gehen an Männer. Janet Gaynor gewinnt als erste Frau die Auszeichnung in der Kategorie beste Schauspielerin. Der deutsche Schauspieler Emil Jannings ist an diesem Abend der erste, der mit dem Academy Award ausgezeichnet wird.

Jahre später ändert sich das Gesicht der Veranstaltung. 1941 führt die Akademie die berühmten Umschläge ein, deren Inhalt bis zur Öffnung ausschließlich den Notaren der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse (heute PricewaterhouseCoopers) bekannt ist. Gleichzeitig werden aus den Bankettveranstaltungen der ersten Jahre feierliche Zeremonien. Nachdem der Oscar 1953 erstmals nicht nur im Radio, sondern auch im Fernsehen übertragen wird, ist aus dem steifen Bankett eine publikumswirksame Show geworden. Statt dem Präsidenten der Akademie führen professionelle Moderatoren durch den Abend. Der ungekrönte König ist ohne Zweifel Komiker Bob Hope. Insgesamt führt der Entertainer 17 Mal durch die Oscarverleihung.


Oscar Statuette aus anderem Blickwinkel

Oscar Statuette aus anderem Blickwinkel

Seit den 1980ern gibt es immer einen Showmaster, der durch Co-Moderatoren - meist Gewinner der Vorjahre - unterstützt wird. Dabei ist vor allem der Schauspieler Billy Christal zu nennen, der für seine Moderation mehrfach mit dem Emmy ausgezeichnet wird. Interessanterweise gab es erst zwei weibliche Moderatoren. Whoopi Goldberg durfte bisher vier, Ellen DeGeneres ein Mal die Gala moderieren.

Die Akademie lässt es sich nicht nehmen, für jede Oscarverleihung neue Regeln aufzustellen. Sie schafft bestehende Kategorien ab und erfindet neue. Ein US-Produzierter Spielfilm kann sich für die Vorauswahl qualifizieren, wenn er im Vorjahr der Verleihung mindestens sieben Tage in einem öffentlichen Kino von Los Angeles County gezeigt wurde. Am Ende des Jahres stellen die Mitglieder der Akademie eine Liste mit den Filmen zusammen, die für eine Nominierung in Frage kommen. Die Stimmzettel, die spätestens eine Woche vor der Verleihung bei der Akademie eingegangen sein müssen, werden von drei vereidigten Notaren der Anwaltsfirma PricewaterhouseCoopers ausgewertet. Erhalten zwei Nominierte die gleiche Stimmenanzahl, werden in der Kategorie eben zwei Oscars vergeben.

Die Oscarstatue, die bis zum Jahre 1931 als Academy Award of Merit bezeichnet wurde, hat die Figur eines Ritters mit einem Schwert, der auf einer Filmrolle steht. Sie ist 34,3 cm hoch, etwa 3,85 kg schwer und besteht aus einem massiven Nickel-Kupfer-Silber-Körper, der mit einer 24-karätigen, dünnen Goldschicht überzogen ist. Der Materialwert liegt nur bei etwa 300 US-Dollar. Während des zweiten Weltkriegs wird die Goldstatue durch eine Gipsstatue ausgetauscht, die nach Ende des Krieges wieder in einen echten Oscar umgetauscht wird. Nachdem Schauspieler Spencer Tracy 1938 auf seinem Oscar den Namen der Comicfigur Dick Tracy vorfindet, werden die Statuen fortan erst nach der Verleihung graviert.


Seite: 1 Seite vor >>

Weitere Hintergründe

Colin Firth in "The King's Speech"

Wer räumt Oscars 2011 ab?

Die Nominierten stehen fest, die Spannung steigt. Nachdem bekannt gegeben wurde, wer ins Rennen um die Oscars 2011 gelassen wird (wir berichteten: Oscar-Favorit "The King's... weiter


Filmfest Venedig: Goldener Löwe

Top oder Flop am Lido?

Viel wurde über die 65. Filmfestspiele von Venedig gemunkelt. Das prestigeträchtige Cannes, das Gegenfestival in Rom und nicht zuletzt der Autorenstreik Ende des Jahres 2007... weiter


Plakat des Filmfest München 2008

Filme statt Stars

Seit mehr als 25 Jahren ist das Münchner Filmfest Treffpunkt für Filmschaffende, Filmfans und Filmexperten. Im Focus der Veranstaltung steht das Kino der Gegenwart. Vor allem... weiter

Amazon

© 2012 Filmreporter.de
{*debug*