© Jean-François Martin/Ricore Text
Der deutschsprachiger Film ist zurück
Renaissance in Cannes?
Es hat sich viel getan in Cannes 2008. Im 61. Jahr der Festspiele erregen barbusige Strandschönheiten bestenfalls die Aufmerksamkeit einiger Hobby-Fotografen aber schon lange nicht mehr die Gemüter.
Catherine Deneuve flaniert nicht mehr unbehelligt unter Palmen und der Sandstreifen am Boulevard La Croisette ist für die Festivaldauer mit weißen Pavillons bepflastert. Aus dem bescheidenen Filmfest an der Côte d'Azur wurde ein wichtiges Branchenereignis. Gut, wenn manche Dinge ihr Revival feiern...
© Jean-François Martin/Ricore Text
Diane Kruger (Cannes 2007)
... so auch der deutschsprachige Film. Jahrelang ignoriert, kehrt er 2008 mit Cannes-Veteran
Wim Wenders ("
Palermo Shooting") und
Andreas Dresen ("
Wolke Neun") zurück.
2007 feiert der deutschsprachige Film ein kleines internationales Comeback.
Florian Henckel-Donnersmarck bekommt für "
Das Leben der Anderen" den Oscar für den besten ausländischen Film und
Fatih Akins "
Auf der anderen Seite" läuft in Cannes im Wettbewerb um die Goldene Palme.
Diane Kruger moderiert als erste Deutsche überhaupt die Eröffnungsfeier und die Preisgala der Festspiele im südfranzösischen Departement Alpes-Maritimes. Wer nun dachte der deutschsprachige Film werde nur ein kurzes Zwischenspiel haben und sich dann erneut von der Festivalbühne verabschieden, irrt.
© Andrea Niederfriniger/Ricore Text
Alexandra Maria Lara
2008 geht der Oscar für den besten ausländischen Film an den österreichischen Beitrag "
Die Fälscher".
Wim Wenders tritt 24 Jahre nach dem letzten deutschen Erfolg in Cannes ("
Paris, Texas") erneut im Wettbewerb an,
Andreas Dresens Liebesdrama "
Wolke 9" läuft in "Un Certain Regard" und
Fatih Akin ist zum Juryvorsitz dieser Reihe berufen worden. Ja, und mit
Alexandra Maria Lara beteiligt sich auch wieder eine Deutsche an der Entscheidung über die Vergabe der Goldenen Palme. Kehren die großen Zeiten des deutschsprachigen Films zurück?