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Feature

Laurent Cantets "Die Klasse"
Frauen - Dokus - Filmemacher

Genrekino vs. Europameister?

Alle zwei Jahre kämpft das Filmfest München mit einer Gegenveranstaltung um die Gunst der Zuschauer. Die Fußballeuropameisterschaft in Österreich und der Schweiz lockt nicht nur Sportbegeisterte, sondern auch Filmfans vor Fernseher, Leinwände und in die Stadien der beiden Alpenländer. Doch die Organisatoren fürchten sich nicht vor dem Großereignis - im Gegenteil. Mit einem bunt gemischten Programm, wenigen Promis dafür aber guter Stimmung und vor allem dem passenden Wetter für kuschelige Kinostunden rechnen sie auch in diesem Jahr mit steigenden Besucherzahlen.


Während der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland verbuchte man in München kaum Einbußen. Ein Jahr später gab es sogar einen neuen Rekord: 2007 wurden rund 65.000 Eintrittskarten verkauft, so viele wie noch nie. Dass sich Fußball nicht mit Film und Kunst reiben muss, zeigte Sönke Wortmanns "Deutschland. Ein Sommermärchen". Doch genug des Rückblicks: In wenigen Tagen beginnt das 26. Filmfest München. Wir schauen nach vorn, denn an der Isar tut sich allerhand. Schon der Eröffnungsfilm bezeugt die Qualität des diesjährigen Filmfests. Laurent Cantets in Cannes 2008 gefeiertes Werk "Die Klasse" wird am Freitag, dem 20. Juni die Filmfestspiele eröffnen. Der Film läuft in der traditionellen Sektion "Nouveau Cinéma Français". Es ist nicht der einzige Beitrag, der die Reise von Cannes nach München angetreten hat. Viele Cannes-Werke werden 2008 auf der Isarmeile präsentiert, darunter auch "Un conte de Noël" und "So ist Paris" mit Juliette Binoche.


Elli Medeiros beim Photocall zu "Löwenkäfig" in Cannes 2008

Elli Medeiros beim Photocall zu "Löwenkäfig" in Cannes 2008

Visiones Latinas

Neben der französischen Sektion gibt es weitere Bereiche, die vom Filmfest nicht mehr wegzudenken sind. So auch die "Visiones Latinas", die oftmals mit sehr eigenen und originellen Filmen aufwarten und Leckerbissen für Jedermann parat haben. Innerhalb dieser Sektion sind das progressive mexikanische und das traditionell angehauchte argentinische Kino mit rund zwölf Werken am stärksten vertreten. Aber auch hier ist der derzeitige lateinamerikanische Trend spürbar. Dieser zeigt sich vor allem in einer Kinoästhetik, die sich von den etablierten Telenovelas abwendet. Die Regisseure beschäftigen sich mehr und mehr mit der Realität. Ein Beispiel dafür ist der Cannes-Beitrag "Löwenkäfig". Den Organisatoren haben Hauptdarstellerin Elli Medeiros in die bayerische Hauptstadt eingeladen.


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