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Feature

Filmfest Venedig: Goldener Löwe
Venedigs prominenter Startschuss

Top oder Flop am Lido?

Viel wurde über die 65. Filmfestspiele von Venedig gemunkelt. Das prestigeträchtige Cannes, das Gegenfestival in Rom und nicht zuletzt der Autorenstreik Ende des Jahres 2007 sollen dem ältesten Filmfestival der Welt stark zugesetzt haben. Doch dann trumpft Festivaldirektor Marco Müller mit einem Knaller als Eröffnungsfilm auf: Ethan und Joel Coens "Burn After Reading - Wer verbrennt sich hier die Finger?" ist nicht nur mit Hollywoods Top-Schauspielriege bestückt, die Akteure werden allesamt auf dem roten Teppich am Lido erwartet. Nur ein kurzes Aufflackern oder doch der altbekannte Starrummel in Venedig?


Die Coen-Regisseure bei der Arbeit

Die Coen-Regisseure bei der Arbeit

Die kultigen Coen-Brüder haben es wieder einmal geschafft. Sie versammelten John Malkovich, Tilda Swinton und George Clooney vor ihrer Kamera. Dieses Team ist nicht nur Garant für einen finanziell erfolgreichen Film, sondern dient auch als Zugpferd fürs Filmfest von Venedig, der Biennale. Der Spionagethriller läuft zwar nicht im Wettbewerb, aber das ist Glamour-Süchtigen sicher egal. Der Wettbewerb besteht 2008 aus 21 Filmen. Christian Petzolds "Jerichow" mit Nina Hoss und Benno Fürmann in den Hauptrollen ist dabei der einzige rein deutsche Beitrag. Der erste seit vier Jahren. Damals präsentierte Wim Wenderss sein "Land of Plenty". Vielleicht nahm dies Marco Müller und sein Team als gutes Omen, denn sie engagierten Wenders gleich als Jurypräsident. Dieser muss nun auch über drei weitere Werke mit deutschen Koproduzenten entscheiden. Werner Schroeters deutsch-französisches Drama "Diese Nacht", die deutsch-türkische Produktion "Süt" von Semih Kaplanoglu und das deutsch-äthiopisch produzierte "Teza" von Haile Gerima konkurrieren ebenfalls um den Goldenen Löwen.


Charlize Theron

Charlize Theron

Nacht wird es in Venedig erst spät. Zuerst müssen Beiträge aus dem Wettbewerb, außerhalb des Wettbewerbs und der engagierten Sektion "Orizzonti" gesichtet werden. Marco Müller musste mit einigen Star-Absagen zurecht kommen. Aber schließlich verordnete er seinem Festival selbst "weniger Glamour, mehr Qualität". Diese hofft er durch insgesamt vier italienische, fünf amerikanische, einen türkischen und einen äthiopischen Wettbewerbsbeiträge zu erreichen. An Glamourfaktor mangelt es dabei dennoch nicht. So ist Guillermo Arriagas Regiedebüt "The Burning Plain" mit Charlize Theron und Kim Basinger besetzt. Und in Kathryn Bigelows "Hurt Locker" sind die männlichen Gegenparts wie Ralph Fiennes und Guy Pearce zu sehen. Hohe Erwartungen stellt man auch an Jonathan Demmes "Rachel Getting Married" mit Anne Hathaway sowie an Darren Aronofskys "The Wrestler" mit Mickey Rourke.


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