© Senator Filmverleih
Wie verfilmt man die Geschichte eines Mannes, der zu Lebzeiten einen zweifelhaften, aber legendären Ruf erlangt? Der sich selbst zu insgesamt 39 Verbrechen bekennt. Darunter Banküberfälle, Schlägereien, Entführungen, Morde, Misshandlungen und Gefängnisausbrüche. Der einerseits liebender Vater, andererseits brutaler Ehemann ist. Der vor nichts und niemandem Halt macht und sich mit Hilfe der Medien selbst inszeniert. Der Franzose Jean-François Richet hat das schwierige Projekt angepackt und verfilmt Jacques Mesrines Leben. Vincent Cassel übernimmt die Hauptrolle und übertrifft sich dabei selbst.
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Szene: Jaques Mesrine als Geliebter
Das Kapitel Jacques Mesrine ist französischen Justizbehörden bis heute ein Dorn im Auge. Der jahrelang als Staatsfeind Nummer 1 gejagte Schwerkriminelle spielte mit der Polizei und den Medien, fast wie es ihm beliebte. Er wusste, wie er sich inszenieren musste, um die Öffentlichkeit auf seine Seite zu ziehen - trotz seiner Verbrechen. Angesehenen Tageszeitungen und Magazinen gab er Exklusivinterviews, in denen er Details seiner Gefängnisausbrüche ausplauderte. Er ließ Fotos von sich und seiner Geliebten machen, rückte sich medienwirksam in Pose und provozierte wo er nur konnte. Erst als er durch seine immer stärker werdende Paranoia einen Journalisten entführte, quälte und Fotos der Misshandlungen schoss, wandte sich das Wohlwollen der Öffentlichkeit von Mesrine ab. Jene, die ihm zuvor zujubelten, reagierten nun mit Abscheu. Nur zwei Monate nach dem Vorfall wurde Jacques Mesrine in Paris auf offener Straße mit 19 Schüssen von der Polizei hingerichtet. Bis zu diesem Zeitpunkt jedoch galt er fünf Jahre lang als französischer Staatsfeind Nummer 1.
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Public Enemy No. 1 - Todestrieb
Zwischen der ersten Verhaftung Jacques Mesrines und seinem Tod liegen 17 Jahre. In dieser Zeit heiratete er und zeugte drei Kinder. 1972 wurde er zu Kanadas Staatsfeind Nummer 1, nur ein Jahr später machte es Frankreich nach. 1977 veröffentlichte er seine im Gefängnis verfasste Autobiografie "Der Todestrieb". Darin prangert er unter anderem die teilweise unmenschlichen Haftbedingungen an. Das Buch wurde zum Bestseller. Die Politik reagierte mit der "Loi Mesrine": Künftig darf niemand mehr Gewinn mit der Veröffentlichung seiner Verbrechen machen. All diese Tatsachen machen es dem französischen Regisseur Jean-François Richet und seinem Filmteam nicht eben einfacher, Mesrines Leben auf die Leinwand zu bannen. Es gilt zu vermeiden, ihn zum Helden, gar zum Märtyrer zu machen. Andererseits wollte man seine Ambiguität darstellen und dem heutigen Publikum verständlich machen, warum ein Verbrecher in den 1960er und der 1970er Jahren in einem Europa, das von der RAF und den Roten Brigaden dominiert wird, Kultstatus erreicht.
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