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Coraline
Alter Gimmick oder neue Filmsprache

Bringt 3D die Rettung?

Seit Beginn der Filmgeschichte wird mit 3D experimentiert - die Gebrüder Lumière versuchten schon 1895 mit ihrem Kurzfilm "Die Ankunft eines Zuges im Bahnhof von La Ciotat" die dritte Dimension darzustellen. Mittlerweile ist nach den 1950er und späten 1970er Jahren bereits die dritte Welle von 3D-Kinofilmen in den Kinos zu sehen. Sie wird als Rettung des Kinos und nach Erfindung von Ton und Farbe als dritte Revolution des Filmes gepriesen. Doch was steckt wirklich hinter dem aktuellen 3D-Hype?
Von  Ulrich Blanché/Filmreporter.de, 15. Mai 2009

Louis Lumière

Louis Lumière

Ist 3D besser geworden?
Für 3D spricht laut den Machern, dass sich die Technik seit der ersten Erfolgsphase in den 1950er Jahren enorm weiter entwickelt habe - Kopfschmerz und Augen-Flimmern gehörten dank der digitalen Revolution der Vergangenheit an, versprechen sie. Auch mache es keinen Unterschied mehr, ob man links außen oder vorne mittig im Kino sitze, der Effekt sei immer der gleiche. Eine optimale Lösung ist die 3D-Brille gerade für die Zuschauer nicht, die bereits eine "normale" Sehhilfe tragen. Der größte Pluspunkt von 3D ist es laut ihren Verfechtern, dass das Publikum vom bloßen Zuschauer zum Beteiligten werde, der sich durch den 3D-Effekt mitten in der Illusion befinde, tatsächlich im Filmgeschehen zu sein. Doch was genau ist der 3D-Effekt eigentlich?

Fly Me to the Moon 3D

Fly Me to the Moon 3D

Die Technik
Für viele Zuschauer heißt 3D, dass Dinge die Leinwand verlassen und sich auf sie zu bewegen, wie das in "Bolt - ein Hund für alle Fälle" oder "Monsters vs. Aliens" der Fall ist. Diese Filme werden in vielen Kinos auch zweidimensional gezeigt, es gibt sie - sozusagen aufgerüstet - auch in 3D. Wenn nur dieser Effekt 3D ausmachen würde, wäre es nicht mehr als ein netter Gimmick, den man auch weglassen könnte. Doch 3D kann und will mehr: In "My Bloody Valentine 3D" fliegen den Zuschauern nicht nur Pistolen-Kugeln oder Spitzhacken um die Ohren. Man hat man über weite Strecken ein unmittelbares Gefühl wie bei einem Egoshooter-Computerspiel, wenn man in der Maske des Killers steckt. Mit anderen Worten - der Horror würde in 2D wesentlich weniger Wirkung erzielen. Auch in Ben Stassens "Fly Me to the Moon 3D" soll das Publikum ganz ins Geschehen gesogen werden, statt nur als Zuschauer vor der Leinwand zu sitzen. Technisch gelingt das bis zu einem gewissen Grad auch. Wie bei den meisten IMAX-Filmen zählt die innovative Technik jedoch mehr als der Inhalt des Filmes, weshalb 3D hier nicht über eine zugegeben aufwendige Effekthascherei hinausgeht. Noch fehlen die passenden Geschichten für die neue Technik, oder gar eine neue Filmsprache. James Cameron ("Titanic") bastelt intensiv an seinem lange erwarteten "Avatar", der nicht nur technisch neue dreidimensionale Standards setzen soll. Er beschäftigt sich schon lange mit der dritten Dimension und hat bereits einige kleinere Projekte realisiert.

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