© Concorde Filmverleih
Das Filmjahr 2009 fing für die meisten Kritiker und Filmfreunde am 15. Januar 2009 mit einer Vampir-Überraschung an. Stephenie Meyers konservativ gehaltenes Jugendbuch "Twilight - Biss zum Morgengrauen" wurde akribisch vorbereitet und kam dann mit wenig Trara in die Kinos. Die Produzenten setzten auf die Anziehungskraft seiner Hauptdarsteller Robert Pattinson und Kristen Stewart. Dies zahlte sich aus. Millionen von Fans stürmten die Kinos und lösten eine Massenhysterie aus.
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New Moon - Biss zur Mittagsstunde
Die Folge der "Twilight"-Hysterie war: Allein in Deutschland zog das Spektakel knapp drei Millionen Besucher in die Kinos. Schnell wurde die kritische Regisseurin Catherine Hardwicke durch den sanftmütigen Chris Weitz ersetzt, der dann ganz im Sinne der Produktionsfirma Teil zwei und drei am Stück abdrehte und dafür sorgte, dass die "Twilight"-Welle nicht abbrach. So war das Jahr noch nicht verstrichen, schon kam "New Moon - Biss zur Mittagsstunde" in die Kinos. Die vielen Skandälchen rund um das Duo Pattinson/Stewart sorgten dafür, dass "Twilight" über das Sommerloch nicht vergessen wurde. So wurden Liebesgerüchte gestreut, angebliche Alkoholprobleme eingehend betrachtet und skandalträchtige Partys gefeiert.
Die Werbemaschine hat funktioniert. Denn am 26. November 2009 warteten hysterisch kreischende Teenies in Scharen vor den Kinos, um ja die besten Plätze zu ergattern. Tatsächlich gelang es dem zweiten Teil der Meyer-Trilogie, die Einspielergebnisse des Vorgängers zu übertreffen. Dass Filmkritiker ob der Qualität alles andere als begeistert waren, nahmen wahre "Twilight"-Fans - wenn überhaupt - nur mit einem Lächeln zur Kenntnis. Denn überall wo Pattinson, Stewart und der Neue im Dream-Team, Taylor Lautner, auftauchten, musste man sich Ohrstöpsel und Körperschutz besorgen. Es wurde gedrängelt und gekreischt, dass selbst konzerterprobte Zaungäste die Hände über dem Kopf zusammenschlugen.
© 20th Century Fox
Ice Age 3 - Die Dinosaurier sind los
Still wurde es danach zwar nicht, dennoch ging es ruhiger zur Sache. So geschah im Sommer, der allgemeinhin nicht unbedingt für kassenträchtige Filme steht, ein Wunder. "Illuminati", "Harry Potter und der Halbblutprinz" und "Ice Age 3 - Die Dinosaurier sind los" lockten weit mehr Zuschauer in die Kinos als "Twilight". Dass der sechste Teil der Zauberlehrlingssaga erneut an Qualität einbüßte, schien niemanden zu interessieren. Denn mittlerweile gehören die Verfilmungen von J.K. Rowling quasi schon zum Kinoinventar. Der Herbst des Kinojahres 2009 stand dann ganz im Zeichen deutscher Produktionen: Ob "Wickie und die starken Männer", "Die Päpstin" oder die Mario Barth Komödie "Männersache", alle konnten sich gegenüber amerikanischer Exporte behaupten. Selbst Til Schweigers "Keinohrhasen"-Fortsetzung "Zweiohrküken", der erst am 3. Dezember an den Start ging, wusste sich durchzusetzen.
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