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Unter dem Begriff Mafia fast man sprachlich die unterschiedlichsten Gruppen der organisierten Kriminalität zusammen, etwa die Camorra, die Cosa Nostra, die russische Mafia, die japanischen Yakuza oder die chinesischen Triaden. Diese Verallgemeinerung blendet jedoch den Ursprung der Bezeichnung aus, der in Sizilien zu suchen ist: Dort entwickelte sich im 19. Jahrhundert eine Verbrecherorganisation, die seit den 1860er-Jahren als Mafia bezeichnet wird und die sich im Zuge der italienischen Migration bis in die USA verbreitete. Schriftsteller und Filmemacher setzten sich immer wieder mit dem Thema auseinander. Viele Werke haben die Leser bzw. Kinobesucher fasziniert - vor allem die strenge Hierarchie der Mafia sowie das vermeintliche Ehrgefühl ihrer Mitglieder. Im Folgenden betrachten wir einige Filme, welche die gar nicht so ehrenwerte Gesellschaft thematisiert haben.
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Der kleine Cäsar
Viele Filme, die sich mit der Mafia auseinandersetzen, basieren auf einer literarischen Vorlage. So auch "Der kleine Caesar" von 1931, der auf dem gleichnamigen Roman von W.R. Burnett beruht. Regisseur Mervyn LeRoy erzählt darin vom Aufstieg und Fall von Gangster Caesar Enrico Bandello. Der von Edward G. Robinson gespielte Protagonist verkörpert die Kehrseite des amerikanischen Traums: Als Sohn einer italienischen Einwandererfamilie fristet er ein tristes Dasein in der sozialen Unterschicht, der er nur durch den Sprung in die Kriminalität zu entkommen glaubt. Sein unerschütterliches Machtstreben trennt ihn von seinem Jugendfreund Joe, der als Tänzer sein Glück versucht, und führt ihn letztendlich in seinen Untergang.
Der Kriminalfilm markiert nicht nur Robinsons Durchbruch als Schauspieler, der daraufhin auf die Rolle des Verbrechers festgelegt ist, sondern gleichzeitig den Anfang einer Reihe von Gangsterfilmen, die in den 1930er-Jahren in Hollywood entstehen, so etwa "Der öffentliche Feind" (1931), "Chicago - Engel mit schmutzigen Gesichtern" (1938) oder "Die Wilden Zwanziger" (1939).
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Szene aus "Wer erschoß Salvatore G.?"
Bevor in den 1970er-Jahren eine ganze Welle von Mafiafilmen entsteht, befasst sich der italienische Regisseur Francesco Rosi im Jahr 1961 in "Wer erschoß Salvatore G.?" mit dem Mord an dem sizilianischen Banditen Salvatore Giuliano. Der wird von der Öffentlichkeit als Robin Hood Siziliens genannt. Der in einem für die damalige Zeit neuartigen dokumentarischen Stil entstandene Spielfilm wird an Originalschauplätzen auf Sizilien und mit Laiendarsteller gedreht, die den Titelhelden zu Lebzeiten persönlich kannten.
Anhand von Zeitungsberichten, Interviews und Zeugenaussagen zeichnet Rosi ein realistisches Porträt von Giuliano, das dem von der Presse aufgebauten Bild des Volkshelden widerspricht und auch dessen kriminelle Handlungen sowie Kooperationen mit der sizilianischen Mafia beleuchtet. Eine solch ausgewogene Darstellung gelingt Regisseur Michael Cimino 1987 mit "Der Sizilianer" nicht: Im Gegensatz zu Rosis Werk lässt er in der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Mario Puzo viele Tatsachen außen vor und verklärt Giuliano somit zum Volkshelden.
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