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Tom Cruise und Dakota Fanning machen keine gute Erfahrung mit den Aliens
Unheimliche Begegnung der dritten Art

E.T.'s verlorene Unschuld

Sie sind schon hier! So lautet ein beliebter Satz von Ufo-Gläubigen, zumal es immer chic war, sich seine Paranoia zu bewahren. Aber wer sind "Sie"? Steven Spielberg ("Der Soldat James Ryan") und Tom Cruise ("Last Samurai") wissen die Antwort: finstere Aggressoren aus den Tiefen des Alls, die generalstabsmäßig die Invasion der guten alten Erde vorbereiten. H.G. Wells gleichnamiger Roman diente als Vorlage für das aufwändige Action-Spektakel.


Tom Cruise in Angst und Schrecken

Tom Cruise in Angst und Schrecken

Wir haben es schon immer geahnt: die Marsmännchen sind grün - allerdings vor Neid. Unser schöner blauer Planet reizt die Machtgelüste der eiskalten, herzlosen und technologisch hoffnungslos überlegenen Außerirdischen. Der perfide Feind hat die Welt bereits unterwandert. Jetzt holt er zum finalen Schlag aus - eine Invasion, die alles Leben vernichten soll. Das gänzlich Andere, Zentralmotiv der Alien-Invasionsphantasie, entfesselt den ultimativen Weltkrieg. Die Menschheit - sprich: der ehrbare US-Steuerzahler - muss zusammenrücken, um gegen die ultimativ bösen Aggressoren bestehen zu können.

Übernahmekandidat Erde: Das entgrenzte Inferno bricht über Ray Ferrier (Tom Cruise) herein, einen Hafendockarbeiter aus New Jersey. In der Ehe mit Mary Ann (Miranda Otto aus "Herr der Ringe") kriselt es. Erst als der Weltenbrand bevorsteht - Raumschiffe fliegen ihre verheerenden Angriffswellen über das Land - muss Ray seinen Sohn Robbie und seine kleine Tochter Rachel (Dakota Fanning) beschützen. Er und viele andere müssen in den Krieg der Welten ziehen, obwohl sie dem unverwundbaren Gegner und seinen Massenvernichtungswaffen nur einen Funken Hoffnung entgegenzusetzen haben.


Tom Cruise im Angesicht des Alien-Schreckens

Tom Cruise im Angesicht des Alien-Schreckens

Das Katastrophenkino braucht die hochmütige Menschheit, um ihr die sicher geglaubte Herrschaft über den Globus zu entreißen und klare moralische Verhältnisse zu schaffen. Derlei Mechanismen haben Steven Spielberg und sein Star Tom Cruise mit ihrem apokalyptischem Kriegspathos schon lange verinnerlicht. Bereits in "Minority Report" entdeckten beide die düstere Seite der Zukunft als stählernen Apparat der totalen Überwachung. Spielberg hat sich von seinem Image als Märchenonkel, der von netten Außerirdischen erzählt, endgültig verabschiedet: E.T. schwört in der wahrlich unheimlichen Begegnung der dritten Art unbarmherzige Rache.

Nur: mit diesem Konzept landete "Independence Day" bereits 1996 einen Riesenhit. Dessen ungenierte, augenzwinkernde Subversivität leistet sich das politisch korrekte Team diesmal nicht. Zudem hat Roland Emmerich die Popcorn-Messlatte Schwindel erregend hoch gelegt. Schon damals besaß Spielberg die Rechte, verschob sein Projekt dann aber notgedrungen. Jetzt musste es auf einmal schnell gehen: Unter enormen Zeitdruck wurde Herbert George Welles Klassiker von 1898 binnen sieben Monaten zur gewaltigen Schlacht aufgeplustert - geschätzten 128 Millionen Dollar Budget sei dank.


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