© Senator Film Verleih
Besuch von fremdem Planeten
Julie Delpys 2 Tage New York
"
2 Tage Paris" markierte 2007 ihren Durchbruch als Regisseurin. Darin schickte sie einen Amerikaner nach Paris, um ihn an den Schrullen der Verwandten seiner Freundin verzweifeln zu lassen. In ihrem neuen Film "
2 Tage New York" lässt
Julie Delpy die Franzosen nach New York kommen. Das Opfer ist wieder ein Amerikaner. Die Botschaft: Es ist nicht leicht mit Europäern. Schwer macht es Delpy auch ihren Zuschauern mit der Komödie, die Wahrheiten ansprechen will, sich aber nur an Klischees abrackert.
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Julie Delpy und Chris Rock verliebt in "2 Tage New York"
Stimme hinter der Kamera
Es gebührt Anerkennung, mit welcher Stringenz sich Julie Delpy in den letzten Jahren als ernstzunehmende Regisseurin und Drehbuchautorin etabliert hat. Eine Selbstverständlichkeit ist das nicht, haben es Schauspieler doch für gewöhnlich schwer, sich im Regiefach durchzusetzen. Allzu sehr geht mit dem Berufswechsel das allgemeine Vorurteil einher, ein nur in der Praxis geschulter Handwerker zu sein. Im Fall von Delpy kommt die Schwierigkeit hinzu, dass sie sich als Frau in einer noch immer noch von Männern dominierten Domäne durchsetzen muss und die zu allem Überfluss mit einem attraktiven äußeren Erscheinungsbild 'belastet' ist.
In den 1990er Jahren gilt sie als neues Sexsymbol in der Nachfolge von
Brigitte Bardot und weniger als sensible Künstlerpersönlichkeit. Es verdankt sich nicht zuletzt ihrer vorsichtigen und bewussten Rollenauswahl, dass die Öffentlichkeit allmählich Tiefe und Struktur hinter ihrer Fotogenität zu entdecken bereit war.
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Albert Delpy und Chris Rock in "2 Tage New York"
Leichthändige Komödien
Als Schauspielerin arbeitet sie mit Filmemachern wie
Krzysztof Kieslowski und
Volker Schlöndorff zusammen, aber auch als Regisseurin hat sie sich längst jenseits des Mainstreams platziert. Mit der Ausnahme des von der Kritik hoch gelobten Historiendramas "
Die Gräfin" (2009) bevorzugt Delpy vor allem die Komödie, in der sie sich leichthändig bewegt. Dramaturgisch erinnern ihre die geschlossene Handlung vernachlässigenden Filme vor allem an das Werk
Richard Linklaters und
Woody Allens. Dabei zeichnet sich auch ihre Arbeit weniger durch die Betonung des Filmischen als vielmehr des Dialogs aus, wobei sie Wert auf die Darstellung konfliktreicher Beziehungen zwischen Mann und Frau und der Konturierung griffiger Charaktere legt, die sie vor dem Hintergrund des Milieus exponiert.
Wie bei Allen ist auch bei Delpy neben den exzentrisch-charismatischen Figuren die Stadt ein gleichberechtigter Protagonist, den die Regisseurin wie ihr Vorbild mit viel Gespür für Atmosphäre und Lokalkolorit in Szene zu setzen versteht.