© Festival de Cannes
Es ist wieder soweit. Schönheitschirurgen, Friseure und Juweliere bereiteten ihre Kundschaft seit Monaten auf ihren wohl wichtigsten Auftritt des Filmjahres vor: Das Cannes Filmfestival öffnet am Mittwoch, den 16. Mai 2007 seine Tore - zum 60. Mal! Die Côte d'Azur wird wieder zum Treffpunkt der Reichen und der Schönen aus der Filmbranche, vor allem zahlloser Persönlichkeiten aus Hollywood.
© Festival de Cannes
Filmplakat Cannes
Schon seit Jahrzehnten herrscht zwischen Hollywood und der restlichen Filmwelt eine einseitige Konkurrenz. Ohne Zweifel gibt es jenseits des Atlantiks beinah unbegrenzte finanzielle Mittel für bombastische Produktionen. Und doch strecken Hollywood-Produzenten immer auch ihre Fühler nach Europa aus. Sie sind auf der Suche nach den neusten Ideen des verehrten Arthouse-Kinos, um diese gegebenenfalls neu oder einfach nur anders umzusetzen. Europäische Filmfestivals bieten amerikanischen Produktionsfirmen die perfekte Plattform für diese Art der Modenschau. Da bildet auch das weltweit bedeutendste und glamouröseste Festival keine Ausnahme. Während Cannes eben auch von der Präsenz internationaler, um nicht zu sagen, amerikanischer Stars profitiert, versuchen die Produzenten ihre Werke in der Branche bekannt zu machen. Zusammengefasst könnte man sagen, europäische Festivals bilden eine Symbiose zwischen dem Glamour der alten und dem Businessverstand der neuen Welt.
© Paramount Vantage
Ein mutiger Weg
Die Stardichte in Cannes 2007 übersteigt die Vorstellungen mancher Fans. Während Angelina Jolie und Lebensgefährte Brad Pitt die Premiere von "Babel" im Jahr 2006 wegen Jolies Schwangerschaft verpassten, feiern sie dieses Jahr frisch fröhlich die Premiere von Pitts "Ocean's 13" und Jolies "A Mighty Heart". Ebenfalls anwesend ist Busenfreund George Clooney. Quentin Tarantino, Joel Coen und Ethan Coen, David Fincher und Amerikas Sorgenkind Michael Moore werden die A-Liste der Prominenz vervollständigen. Der künstlerische Leiter des Filmfestivals, Thierry Fremaux, meint zu der enormen Hollywoodpräsenz in Cannes: "Ich habe das Gefühl, dies wird ein großartiges Jahr für das amerikanische Kino, sowohl für Mainstream- als auch für Independentfilme. Wir wollen zeigen, dass amerikanische Produktionen voller Energie sind, und dass auch so genannte Genre-Filme, beispielsweise von Tarantino und Fincher, voller artistischer Ambitionen sind."
Andrea Niederfriniger/Filmreporter.de - 14. Mai 2007
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