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Feature

My Blueberry Nights
Straße der Selbsterkenntnis

Fader Roadtrip

Kultregisseur Wong Kar-wai präsentiert mit seinem US-Debüt einen elegisch inszenierten, aber faden Roadtrip durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Irgendwie sind in "My Blueberry Nights" alle auf der Suche nach dem wahren Ich: Die hübsche Elizabeth (Norah Jones) flüchtet sich nach dem plötzlichen Ende ihrer Beziehung in die stützenden Arme eines liebebedürftigen Cafebesitzers (Jude Law) - entscheidet sich dann aber doch für einen Selbstfindungstrip quer durch die USA.


Wong Kar-wai eröffnete mit "My Blueberry Nights" Cannes 2007

Wong Kar-wai eröffnete mit "My Blueberry Nights" Cannes 2007

Elizabeth (Norah Jones) jobbt als Aushilfskellnerin in verschiedenen Bars. Hier trifft sie auf einen alkoholkranken Cop (David Strathairn), seine zürnende Ehefrau (Rachel Weisz) und eine vom Glück verlassene Pokerspielerin (Natalie Portman), die sich in Hoffnung auf den großen Gewinn um Kopf und Kragen spielt. Obwohl diese flüchtigen Beziehungen auf den ersten Blick so rein gar nichts mit der eigenen Person zu tun zu haben, findet sie am Ende gerade in ihnen den Schlüssel zur ultimativen Selbsterkenntnis...

Mit "My Blueberry Nights" präsentiert der in Shanghai geborene Kultregisseur Wong Kar-wai seinen in englischer gedrehten Film. Unter Rückendeckung eines amerikanischen Superstar-Ensembles begibt er sich auf eine Reise durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Diese beginnt als Romanze - und endet in einem schwermütigen Roadtrip im Stil von "Thelma & Louise".


Sängerin Norah Jones hat den Film entdeckt!

Sängerin Norah Jones hat den Film entdeckt!

Zwar beweist der Visionär mit seinen theatralen Szenenarrangements und der für ihn so typischen Farbintensität erneut sein Talent für ansprechend gefilmtes Leinwandkino, doch vermag der dünne Plot der Geschichte nicht die opulenten Bilder zu tragen. Fast scheint es, als ob Wong Kar Wai die Langatmigkeit der Filme von Wim Wenders kopiert hätte, ohne jedoch darauf zu achten, Spannung durch Subversivität zu erzeugen. Die Ereignisse plätschern ohne Höhen und Tiefen dahin und verpuffen vor allem gegen Ende in der Belanglosigkeit.

Auch Sängerin Norah Jones, die mit dem Film zum ersten Mal als Schauspielerin auftritt, liefert zwar eine durchaus akzeptable Erstlingsleistung, verblasst aber schlichtweg gegen die hochkarätige Schauspielkunst der anderen Charakterschauspieler. Entsprechend verhalten waren die ersten Reaktionen bei den Filmfestspielen in Cannes: Im Gegensatz zu den furiosen Begeistertungsstürmen, die Wong Kar Wais letzte Werke hervorgerufen haben, belohnte ihn das Publikum in diesem Jahr zwar mit wohlwollendem, aber dennoch verhaltenem Applaus. Wong Kar Wai versucht sich am amerikanischen Kino - und scheitert am Plot. Was bleibt ist ein ansprechend inszeniertes Roadmovie ohne Substanz.

18. Mai 2007

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