© Jean-François Martin/Ricore Text
Auf der Basis wahrer Ereignisse inszeniert Michael Winterbottom mit "A Mighty Heart" ein packendes Drama über den tragischen Tod eines gekidnappten Journalisten. Die Hymne auf die wahrhaftigen Berichterstatter unserer Welt hallt nach und stimmt nachdenklich.
© Paramount Vantage
Angelina Jolie in einer Szene aus "A Mighty Heart".
Eigentlich war der 23. Januar 2002 ein ganz normaler Tag im Leben des Journalistenehepaares Pearl. Die schwangere Mariane (Angelina Jolie) und ihr Ehemann Daniel (Dan Futterman) sind in der pakistanischen Metropole Karachi, um für das Wall Street Journal an einer Geschichte über Terrornetzwerke zu arbeiten. Über Mittelsmänner organisiert Daniel ein Interview mit einem der führenden Sheikhs und lässt seine Frau mit der Ansage zurück, bis zum Abendessen zurück zu sein.
Doch der von langer Hand geplante Termin entpuppt sich als Falle, die Daniel zur Geisel eines islamischen Terrornetzwerkes macht, das unter anderem für die bessere Behandlung von Geiseln im US-Gefängnis Guantanamo kämpft. CIA und zahlreiche Informanten werden zu Rate gezogen - und unter den Argusaugen der Weltpresse beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Wie so oft im Leben, vermisst man auch bei dieser wahren Geschichte das Happy End: Daniel Pearl wird nach einem Fluchtversuch von seinen Geiselnehmern geköpft und zerstückelt.
Mit "A Mighty Heart" wagt sich der engagierte Regisseur Michael Winterbottom nach Filmen wie "Road to Guantánamo" einmal mehr an ein politisch brisantes Thema. Basierend auf den Erinnerungen der zurückgebliebenen Ehefrau inszenierte er in Pakistan, Indien und Frankreich das erschütternde Schicksal eines Reporters, der für die Wahrheit kämpfte - und deshalb sein Leben verlor. Die Geschichte ist beileibe kein Einzelfall, sondern vielmehr eine universelle Abhandlung der täglichen Gefahren, die viele Journalisten immer wieder durchleben: Seit dem Tod von Daniel Pearl vor fünf Jahren wurden mehr als 230 Journalisten im Zuge ihrer Berichterstattung ermordet.
Für Angelina Jolie, die den Film mit beeindruckender Nachhaltigkeit zu tragen versteht, war die Thematik die ideale Möglichkeit, ihren täglichen Einsatz für Menschenrechte auch filmisch zu demonstrieren. Das, was Jennifer Lopez mit "Bordertown" auf der Berlinale vergeblich versuchte, gelingt diesem Film mit Brillanz. Mit flexibler Handkamera folgt er dem verwirrenden Geflecht eines internationalen Terrorregimes, veranschaulicht den Prozess hinter Entführungen - und schafft so eine neue Form nachhaltigen Bewusstseins.
So entpuppt sich "A Mighty Heart" als Hymne auf die stillen Berichterstatter unserer Welt, die abseits des Blitzlichtgewitters Geschichten ans Tageslicht bringen. So viel Courage beeindruckte auch das Fachpublikum bei den Filmfestspielen in Cannes: Der Film erntete Beifallsstürme und lobende Kritiken auf voller Linie.
Johannes Bonke/Filmreporter.de - 22. Mai 2007
Michael Winterbottom schuf sein Drama auf Basis der wahren Geschichte von Daniel und Mariane Pearl. Der Südostasienkorrespondent des Wall Street Journals wird 2002 in Pakistan entführt. Obwohl... mehr
Mit "Das Wunder von Bern" und "Die Päpstin" hat sich Sönke Wortmann als versierter Handwerker des deutschen Kinos erwiesen, der auch vor prestigeträchtigen Großprojekten... weiter
Wir sind nicht allein. In der schwarzen Leere des Weltalls lauern unheimliche Wesen, die nur eines im Sinn haben: Unterwerfung. Bereits zu Beginn gewährt uns Regisseur Joss... weiter
Audrey Tautou spielt in der Tragikomödie "Nathalie küsst" eine junge Frau, die ihren Ehemann bei einem Autounfall verliert. Nach intensiver Trauerzeit stürzt sie sich wieder... weiter