© Kinowelt
Blutiger Alltag in Rio's Favelas
Gewalt im Schatten des Zuckerhuts
Ein Stück "
Pulp Fiction" oder Realität pur? Es ist nicht leicht, die visuelle und erzählerische Tour de Force einzuordnen, die
Fernando Meirelles mit seinem Film "
City of God" gelungen ist - aber irgendwo zwischen diesen beiden Welten ist die erschütternde Geschichte über die knallharten Bandenkriege in den Favelas von Rio de Janeiro anzusiedeln.
Szene aus: City of God
Für heiteres brasilianisches Lebensgefühl ist wenig Platz. Wenn in der Eröffnungssequenz Vorbereitungen für ein Fest getroffen werden und die Hüften des Zuschauers mit der Musik zu schwingen beginnen, mag dies leise anklingen. Aber das am Schleifstein gewetzte Schlachtermesser und die Jagd eines Huhns, das unters Messer kommen soll, deuten an, was uns tatsächlich erwartet. In den Favelas zählen Menschenleben fast genauso wenig wie Hühnerleben.
Szene aus: City of God
"
City of God" erzählt vom Aufstieg und Fall des Drogenbarons Zé Pequeño, zu dem das Wort Baron aber nicht so recht passen will: Seine Gangsterkarriere beginnt im Kindesalter - seine Jugend wird er nicht lebend überstehen. Immer wieder kreuzen sich seine Wege mit denen von Buscapé, dem angehenden Fotografen, der inmitten der Bandenkriege aufwächst und uns als Beobachter die Geschichte erzählt.