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Feature

Inside (À l'interieur)
Erbärmlich!

Primitive Hetzjagd

Mit "Inside" präsentieren die Regisseure Alexandre Bustillo und Julien Maury ihr Regiedebüt. Was anfängt, wie ein elegisch erzähltes Drama, wandelt sich schon nach kürzester Zeit in einen Horrorsplatter, bei dem Körperteile abgetrennt, Schädel durchbohrt - und eine schwangere Frau fast zu Tode gequält wird - erbärmlich!


Ein Baby liegt im Bauch einer schwangeren Frau. Es schläft und atmet gleichmäßig. Eine Frauenstimme sagt: "Niemand kann es mir wegnehmen, niemand kann ihm wehtun." Plötzlich ein Knall - und Schnitt auf zwei zerschmetterte Autos. An einer Straßenkreuzung sind sie zusammengekracht, die Kühlerhauben sind nach oben gebogen. Im ersten Auto sitzt ein Ehepaar, blutüberströmt. Die Frau öffnet langsam die Augen, doch bei ihrem Freund bleibt der Widerbelebungsversuch vergeblich. Vier Monate später: Gezeichnet von dem schweren Verlust lebt die Frau ein zurückgezogenes Leben, interessiert sich weder für Familie und Freunde - sie möchte sogar Weihnachten alleine feiern. Das Kind ist noch immer ungeboren, tief gezeichnet von dem Trauma lebt die künftige Mutter ein Leben in der Depression.

Spät in der Nacht klingelt es an ihrer Tür, eine mysteriöse Frau in schwarzen Kleidern begehrt Einlass. Sie kennt ihren Namen und intime Details aus ihrem Privatleben. Als sie ihr den Zutritt verweigert, zückt sie eine Schere. Es folgt eine blutige Hetzjagd, die zahlreiche Menschen das Leben kostet und am Ende die Frage aufwirft: Warum hat diese Frau das getan?


Mit düsteren Farben, zarter Piano- und Violinmusik und zahlreichen Suspense-Momenten versuchen Alexandre Bustillo und Julien Maury den Spagat zwischen Horror und der dramatischen Geschichte um den Verlust eines geliebten Menschen - und scheitern auf voller Linie. Ohne ein ausgefeiltes Drehbuch inszenieren sie eine Hetzjagd, die trotz enormer Brutalität nicht im Geringsten zu fesseln versteht. Man weiß nach dreißig Minuten noch nicht, worauf die beiden Regie-Dilletanten hinauswollen - und selbst am Ende ist man ratlos, ohne dass auch nur eine einzige Sequenz des Films im Gedächtnis geblieben ist.

Somit entpuppt sich "Inside" als vulgärer Abklatsch guten Horrors, der angesichts seiner fehlenden Qualitäten und der massiven sinnentleerten Brutalität eher verboten als mit einem Starttermin fürs Kino versorgt werden sollte.

Johannes Bonke/Filmreporter.de - 28. Mai 2007

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