Der Marburger Kamerapreis geht in diesem Jahr an den Polen Slavomir Idziak. Im Rahmen der 6. Marburger Kameragespräche trafen sich am 5. und 6. März zahlreiche Filmschaffende, Journalisten, Studenten und Filmfans, um in Workshops und Vorträgen von dem erfahrenen Kameramann zu lernen. Mit Detlev Buck fand auch einer von Idziaks treuesten Arbeitgebern lobende Worte für den Cinematographen.
08. Mär 2004: Schon zum vierten Mal haben Universität und Stadt Marburg am zurückliegenden Wochenende den Marburger Kamerapreis verliehen. Nach Raoul Coutard, Frank Griebe und Robby Müller ging der Preis in diesem Jahr an den Polen Slavomir Idziak, der vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Krzysztof Kieslowski ("Ein kurzer Film über das Töten", "Die zwei Leben der Veronika", "Drei Farben: Blau") bekannt geworden ist, aber auch mit Detlev Buck ("Männerpension", "LiebesLuder") und Ridley Scott ("Black Hawk Down") gearbeitet hat. In drei Vorträgen und einer - allerdings eher launigen als erhellenden - Laudatio von Detlev Buck wurde Idziaks Leistung als Bildgestalter gewürdigt: Der Schüler der berühmten Filmschule von Lodz (in der u.a. Kieslowski, Zanussi und Polanski studierten) gilt vor allem als genialer Farbdramaturg - mit nicht weniger als 180 Farbfiltern tritt er am Set an, die er höchst eigenwillig und wirkungsvoll zum Einsatz bringt. In mehreren Werkstattgesprächen gab Idziak selbst Auskunft darüber, was ihn bei seiner Arbeit leitet. Die Marburger Kamerapreisgespräche sind nicht nur ein künstlerisches und gesellschaftliches Event, sondern zugleich Workshop, spannende Lektion in Sachen visueller Gestaltung und Wahrnehmung. Slavomir Idziak verband dabei seine anschaulichen Anekdoten zu einzelnen Filmen und Szenen mit einem entschiedenen künstlerischen und filmpolitischen Statement: Er empfahl den Produzenten mehr Vertrauen in ihre Künstler - und diesen selbst mehr Mut zum künstlerischen Experiment und Eigensinn. Nur wenn beides gegeben sei, könnten gute, bewegende, große Filme entstehen. Dem deutschen Kino wäre sicher geholfen, fänden Idziaks Worte breites Gehör.
Gabriele Michel/Filmreporter.de
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