Die Jury unter dem Vorsitz des thailändischen Regisseurs und Malers
Apichatpong Weerasethakul zeigte sich vor allem von der einfachen Machart des Films beeindruckt, der in der Wohnung des Regisseurs realisiert wurde. "Wunsch und Wille und Einbringung seiner ganzen Seele" würden reichen, um einen guten Film zu inszenieren. "Wir haben den Film gewählt, der uns ins Herz getroffen hat", wie Weerasethakul von der
Süddeutschen Zeitung am gestrigen 12. August 2012 zitiert wird.
Der Spezialpreis der Jury wurde an die US-amerikanische Produktion "
Somebody Up There Likes Me" verliehen, in der Regisseur
Bob Byington von der Selbstfindung eines Mannes erzählt. Zwei Preise gingen an den südkoreanisch-chinesischen Film "
Wo hei you hua yao sho" ("When Night Falls"). Regisseur
Ying Liang wurde als bester Regisseur prämiert,
An Nai nahm die Auszeichnung als beste Darstellerin entgegen.
Auch zwei deutsche Produktionen wurden auf dem renommierten Festival bedacht. Der Preis für den besten Film im Freiluftprogramm auf der Piazza Grande ging an
Cate Shortlands deutsch-australisch-britische Koproduktion "
Lore". Das Drama handelt vom Schicksal elternloser Kinder während des Zweiten Weltkrieges. In der Sektion
Woche der Kritik wurde der Dokumentarfilm "
Vergiss mein nicht" ausgezeichnet, in dem Regisseur
David Sieveking das Leben seiner an Demenz leidenden Mutter porträtiert.
Das
Festival del film Locarno fand vom 01. bis 11. August 2012 statt. Insgesamt wurden 300 Filme in verschiedenen Sektionen gezeigt. Im
Internationalen Wettbewerb konkurrierten 19 Spiel- und Dokumentarfilme um den
Goldenen Leoparden.
Willy Flemmer/Filmreporter.de