"Die Menschheit muss in einen Abgrund von Terror gestürzt werden", erklärt Dr. Mabuse. Der akademisch graduierte Schurke gilt als Prototyp des kriminellen Wahnsinnigen. Seine Mission die Welt einem terroristischem Regime Untertan zu machen rückt die literarische Figur, Jahre nach ihrer Entstehung, in die assoziative Nähe von Adolf Hitler. Der Filmvater des rücksichtslosen Charakters, Fritz Lang, bestreitet zeitlebens personifizierte Querverweise. Das Verbot des Films "Das Testament des Dr. Mabuse" durch Reichspropagandaminister Joseph Goebbels trägt jedoch unweigerlich zur Legendenbildung bei - Langs Karriere schadet das keineswegs.
weiter
Ihre Fans geben ihr den Beinamen Liebesgöttin. Die US-amerikanische Schauspielerin Rita Hayworth tut alles, um ihrem Ruf in Liebesangelegenheiten gerecht zu werden. Sie schließt insgesamt fünf Mal den Bund fürs Leben, ohne dass ihr das Liebesglück dauerhaft hold ist. Der unglückliche Verlauf ihrer Ehen und ihr künstlerischer Ruf verdecken die Tatsache, dass sie keineswegs eine männerverschlingende Femme Fatal ist. Privat gilt sie vielmehr als zurückhaltend.
weiter
Hollywoodlegende mit Hang zur Phobie
Brautjungfer Sir Alfred Hitchcock
Mit der Bemerkung "Immer nur Brautjungfer, nie die Braut" kommentiert Sir Alfred Hitchcock den Umstand sechsmal für den Oscar nominiert gewesen zu sein, ihn aber nie gewonnen zu haben. Für den legendären Filmemacher ist dies noch zu Lebzeiten eine schallende Ohrfeige, für die zuständige Academy of Motion Picture Arts and Sciences ein unverzeihliches Versäumnis. Doch auch ohne die kleine Goldstatuette bleibt der Verschmähte einer der wichtigsten Pioniere des internationalen Films und sein Werk ein unauslöschliches Zeugnis zeitloser Leinwandmomente.
weiter
Irrwege eines Autors: Ian Fleming
James Bonds Vater
Eigentlich will der junge Ian Lancaster Fleming zum Auswärtigen Amt. Über den Umweg des Nachrichtenjournalisten, Wertpapierhändlers und Spions in der Sowjetunion wird er schließlich auch noch ein erfolgreicher Schriftsteller. Mit der Figur des britischen Geheimagenten James Bond, der im Auftrag ihrer Majestät die Welt rettet, setzt er sich ein Denkmal. Er verfasst zwölf Bond-Romane, wobei er die Rechte für seinen Erstling "Casino Royale" 1953 für gerade einmal 6.000 Dollar verschleudert.
weiter
Hitchcock statt Goebbels: Marlene Dietrich
Weltstar mit Ecken und Kanten
"Hier steh ich an den Marken meiner Tage" dichtet der Dramatikers Carl Theodor Körner in seinem Sonett. Zeitlebens agitierte er als Kämpfer für die Freiheit und gegen die napoleonische Fremdherrschaft in Deutschland. Der Vers dient auch als Inschrift des Grabsteins eines ungewöhnlichen deutschen Weltstars. Ähnlich wie Körner gleicht das Leben von Marlene Dietrich einem nicht enden wollenden Kampf gegen äußere und innere Widerstände. Im eigenen Land nach dem 2. Weltkrieg als Verräterin gebrandmarkt, wird sie außerhalb Deutschlands sowie von der deutschen Intelligenz als Leinwandgöttin verehrt.
weiter
Elizabeth Taylor: Lebefrau und Trashikone
Hollywoods letzte Diva
"Sie hat das Zeug zu einer Kaiserin, aber zugleich hat sie etwas Kitschiges und ein wenig Billiges an sich", sagte Andy Warhol über Elizabeth Taylor. Besonders diese Ambivalenz der Schauspielerin inspirierte den Pop-Art-Künstler zu einigen seiner vielbeachteten Kunstwerke. Der Schriftsteller Truman Capote lobte hingegen die unerschütterlich Verlässlichkeit der Hollywooddiva. Keine Frage, die Taylor weiß schon früh um ihre Wirkung auf die Männerwelt. Mit diesem Wissen entwickelt sie sich vom getriebenen Kinderstar zur Skandalumwobenen Leinwandlegende.
weiter