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Das Cover der "Spiegel"-Ausgabe im Jahr 1931
Glauben ist alles

Sammy Davis Jr. verärgert Produzent

Der beliebte Entertainer Sammy Davis Jr. verursachte bei einem Londoner Theater 33.000 Mark Schaden. Dazu kam es, als er zwei Vorstellungen ausfallen lässt, um einen wichtigen jüdischen Feiertag zu zelebrieren. Der Künstler hofft auf das Verständnis der Zuschauer und Produzenten. Der Spiegel berichtet darüber in seiner Ausgabe vom 27. September 1961.
Von  Belinda Grimm/Filmreporter.de, 10. Februar 2012

Sammy Davis Jr.

Sammy Davis Jr.

Zum Judentum konvertiert
1954 verlor der Entertainer Sammy Davis Jr. bei einem schweren Autounfall sein linkes Auge. Während seiner Genesung im Krankenhaus unterhielt ihn ein Freund mit Anekdoten, die auf der Ähnlichkeit zwischen der afroamerikanischen und jüdischen Kultur basierten. Noch während seines Krankenhausaufenthaltes führte Davies Jr. lange Gespräche mit einem Rabbi, um kurz darauf zum Judentum zu konvertieren.

Seine Berufung nahm er so ernst, dass er sich im Laufe der Zeit nicht nur Freunde machte. So bescherte der beliebte Entertainer dem Londoner "Prince of Whales" Theater einen Verlust von umgerechnet 33.000 Mark, weil er sich weigerte, am 'Jom Kippur'-Tag zu arbeiten. Dabei handelt es sich um den jüdischen Versöhnungstag, dem wichtigsten jährlichen Festtag nach dem wöchentlichen Sabbat. Sammy Davis Jr. ließ gleich zwei Vorstellungen ausfallen. Einen Verlust, den das Theater hinsichtlich der Gelegenheit, einen der größten Entertainer auf die Bühne zu bringen, gut verkraftet haben sollte.

Sammy Davis Jr.

Sammy Davis Jr.

Seiner Linie treu bleiben
Dem jüdischen Glauben blieb Sammy Davis Jr. bis zu seinem Tod treu. Er nannte sich selbst den einzigen einäugigen, jüdischen, schwarzen Mann und baute dies in seinen Shows mit ein. Das Londoner Theater war nicht die einzige Institution, die mit dem Künstler Defizite machte. Samuel Goldwyn, der Produzent von "Porgy und Bess" redete sich 1959 am Telefon den Mund fusselig, um seinen Hauptdarsteller am Jom Kippur zur Arbeit zu bewegen. Schließlich würde ihn ein Produktions-Stopp um rund 30.000 Dollar bringen. Nachdem der ebenfalls jüdische Produzent eingesehen hatte, dass Sammy Davis Jr. nicht zu überzeugen war, soll er mit den Worten "Gesegnet seist du" aufgelegt haben.

Eine traurige Anekdote ereignete sich Ende der 1950er Jahre, als der Künstler in den südlichen USA einen Bus besteigen wollte und vom weißen Busfahrer angewiesen wurde, sich in die hinteren Reihen zu setzen. Nachdem Davis Jr. entrüstet entgegnete, dass er doch Jude sei, wurde er vollends dem Bus verwiesen.
Belinda Grimm/Filmreporter.de - 10. Februar 2012
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