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Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken
Eva Bartok hinter Glas
Eva Bartok ist der Star der Saison. In nur sechs Monaten hat sie fünf Filme gedreht. Kein Grund also, den Kopf in den Sand zu stecken. Gut gelaunt nimmt die ungarische Schauspielerin lieber ein riesiges Kognak-Glas zur Hand. Das ist tatsächlich so groß, dass ihr ganzer Kopf hineinpasst. "Den Kopf in das Glas stecken, ist halbe Vogel-Strauß-Politik", sagt sie. Denn herausschauen könne sie ja immer noch. Die ausgelassene junge Frau ist stolz auf ihre Karriere und mag es nicht, wenn man sich immer nur nach ihrem Privatleben erkundigt. Der Reporter der Zeitschrift
Quick traf sie allerdings ausgerechnet beim Marquess of Milford Haven an.
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Ein Bild von Lord Milford auf Eva Bartoks Schreibtisch.
Verräterischer Schreibtisch
Der Lord ist ein Vetter der englischen Königin und steht selbstverständlich im Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Ihm gehören auch die überdimensionalen Gläser. Venezianische Glasbläser haben sie speziell für den Adligen angefertigt. Das gemeinsame Auftreten trägt nicht eben dazu bei, Gerüchte um eine Liaison mit der Ungarin zu zerstreuen. Vielleicht verrät ein Blick auf ihren Schreibtisch mehr: Neben einem Maskottchen, das ihr der deutsche Curd Jürgens geschenkt hat, steht ein Bild mit einer Widmung Ingrid Bermans und eines von ihren Eltern.
Am auffälligsten ist aber das große Porträt des Marquess von Milford Haven in Gala-Uniform. Eva Bartok versucht sich seit einiger Zeit auch als Schriftstellerin. Eine Biographie mit dem Titel "Zwischen den Grenzen" gibt es schon. Bald kommt aber auch der Roman "Kämpfende Schatten" in die Buchläden. Die universal begabte junge Dame ist auch Schlagersängerin. Die Botschaft ihrer ersten beiden Schallplatten könnte gegensätzlicher kaum sein: Die eine heißt "Küß mich", die andere "Berühr mich nicht!".
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Eva Bartok
Im Focus des Boulevards
Der Redakteur der Zeitschrift
Quick vom 8. November 1953 konnte nicht ahnen, wie sehr er mit seiner aufmerksamen Beobachtung ins Schwarze traf. Gerade anderthalb Jahre später, am 13. August 1955 heiratete
Eva Bartok zwar nicht den Lord von Milford, aber den Deutschen
Curd Jürgens. Wie drei frühere Ehen der Bartok war auch diese nur von kurzer Dauer. Bereits 1956 kam es zur Scheidung.
Die Klatschpresse, gegenüber der sich Bartok spröde gab, sollte noch öfter Gelegenheit haben, über sie zu berichten. So brachte sie 1957 die Tochter Deana Jürgens zur Welt und behauptete, das Kind sei bei einer Affäre mit
Frank Sinatra entstanden. Ihrer Filmkarriere schadeten die zahlreichen Eskapaden nicht. Im kurzen Zeitraum zwischen 1950 und ihrem Rückzug aus der Branche 1966 spielte sie in 39 Filmen mit. Ihr Talent als Schriftstellerin und als Sängerin konnte sie indessen nicht unter Beweis stellen. Weder von dem einen noch von dem anderen wurde je wieder gehört.