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Tödliche Rache
Bauern im Kampf gegen Großgrundbesitzer

Ägypten arbeitet seine Geschichte auf

Zwei Jahre ist es her, dass Ägyptens König Faruq gestürzt wurde. Ein Militärputsch beendete die Regentschaft des korrupten Herrschers, der seit 1936 an der Macht war. 16 lange Jahre ignorierte er die demokratische Staatsordnung Ägyptens und trieb sein Volk immer mehr in die ökonomische Krise. Nun hat ein ägyptischer Regisseur diese unheilvolle Periode in der Geschichte seines Landes in einem sozialkritischen Film verarbeitet. Der traurigen, aber vergangenen Realität entsprechend, handelt das Drama von feudaler Willkür und dem Versuch der Bevölkerung, dagegen aufzubegehren. Die Zeitschrift Gong widmet dem Film mit dem Titel "Tödliche Rache" in ihrer Ausgabe vom 25. April 1954 einen ausführlichen Bericht.
Von  Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de, 19. Juli 2012

Faten Hamama in "Tödliche Rache"

Faten Hamama in "Tödliche Rache"

Mit Bildung gegen Pascha
Ahmed (Omar Sharif) ist der Sohn eines armen Gutsverwalters, der im Dienst eines vermögenden Landbesitzers steht. Wie viele andere leidet der Vater unter dem fiesen Pascha, der seine Untergebenen wie Sklaven hält und bis auf die Knochen ausbeutet. Um sich eine neue Fachkraft heran zu ziehen, hat der reiche Schurke Ahmed auf eine landwirtschaftliche Hochschule geschickt. Nach Ende der Ausbildung hat der Bauernsohn aber andere Pläne, als dem fiesen Widersacher zu noch mehr Profit zu verhelfen.

Er gibt sein Wissen und seine politische Bildung an die Bauern weiter und kämpft für deren Befreiung. Das stößt dem Pascha bitter auf. Zu allem Überfluss verliebt sich auch noch seine Tochter (Faten Hamama) in den jungen Volksaufhetzer. Das Maß ist voll, er schwört Ahmed bittere Rache. Entschieden wird der Kampf um Unterdrückung und Freiheit in den unterirdischen Gängen der Ruinen von Luxor.

Omar Sharif in "Tödliche Rache"

Omar Sharif in "Tödliche Rache"

Sprungbrett für Regisseur und Hauptdarsteller
"Tödliche Rache" machte sowohl Regisseur Youssef Chahine als auch Omar Sharif bekannt. 1955 wurde das Drama bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes präsentiert. Chahine drehte noch viele weitere Filme, in denen er immer wieder arabische Traditionen mit moderner Sozialkritik vermengte. 1997 wurde er in Cannes mit dem Preis für das Lebenswerk ausgezeichnet.

Auch Omar Sharif startete eine internationale Karriere und war spätestens nach dem Monumentalfilm "Lawrence von Arabien" und "Doktor Schiwago" in aller Munde. Der Ruhm hielt aber nicht lange. Obwohl Sharif in Ägypten ein hoch gelobter Star blieb, wurde es in den USA und Europa bald ruhiger um ihn. Erst 2003 feierte er mit dem Drama "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" ein Comeback. Außerhalb des Showbusiness fällt der aufbrausende Ägypter vor allem durch seine Bridge-Künste (Weltmeister 1974) und Schlägereien mit Polizisten und Parkplatzwächtern auf.
Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de - 19. Juli 2012
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