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Sig Arno mit seiner Frau Kitty Mattern bei ihrer Ankunft in Hamburg
Sig Arno kehrt nach Deutschland zurück

Herzlicher Empfang in Hamburg

Eine ganz besondere Ladung wurde dieser Tage im Hamburger Hafen eingeschifft. Nicht Kaffee, Soja oder Zucker kommt aus dem fernen Brasilien nach Deutschland, sondern ein Heimkehrer. Nach Jahren der Emigration will der Komiker Siegfried Arno endlich wieder auf deutschen Bühnen spielen. Bei seiner Rückkehr begleitet ihn seine Frau, die österreichische Schauspielerin Kitty Mattern. Beide wurden in Hamburg von der Presse und ihren Anhängern willkommen geheißen.
Von  André Weikard/Filmreporter.de, 31. Juli 2012

Kasernenhof-Klamauk fürs Kino
In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg galt Arno als einer der talentiertesten Spaßmacher auf der deutschen Leinwand. Schon wegen seiner großen, schlaksigen Statur und der großen Nase war er ein geborener Humorist. Mit ironischem Unterton als der "schöne Sigi" bekannt, trat er in zahlreichen Schwänken und Militärklamotten auf. Letztere wurden ihm bei der Machtübernahme der Nationalsozialisten zum Verhängnis.

Sig Arno, wie er sich heute nennen lässt, zog seit 1933 durch die Niederlande, Belgien, die Schweiz, Italien, Spanien und Portugal. 1939 machte er sich schließlich auf in die USA. Der gelernte Modezeichner schlug sich als Zeichner und Porträtmaler durch, wenn er gerade kein Engagement am Broadway bekommen konnte. Jetzt sind diese Zeiten vorbei. Die Zeitschrift Neue Illustrierte vom 12. November 1955 feiert den Mann, der auch vor der Kamera immer zu Späßen aufgelegt ist. Kein Zweifel: Seine Vorstellungen werden ausverkauft sein.

Monsieur Charlie Chaplin.

Monsieur Charlie Chaplin.

Ein deutscher Chaplin
Sig Arnos Rückkehr nach Deutschland stellte sich als Gastspiel heraus. Seine Heimat hatte der ruhelose Vagabund in den Vereinigten Staaten gefunden. Mit kleinen Rollen in großen Filmen und TV-Serien blieb er bis in die 1960er Jahre der Schauspielerei treu. Als er 1975 in Kalifornien verstarb, starb auch ein Stück Filmgeschichte. In den Goldenen 20ern galt der Mann mit dem verschmitzten Lächeln und den ungelenken Bewegungen als deutsche Antwort auf Charlie Chaplin. Er trat in Nebenrollen in einigen Klassikern von Georg Wilhelm Pabst auf ("Die Liebe der Jeanne Ney", "Die Büchse der Pandora").

Und auch in den USA vertraute man ihm Rollen in Meilensteinen der Filmgeschichte wie William Dieterles "Der Glöckner von Notre Dame" (1939) und Chaplins "Der große Diktator" (1940) an. In Deutschland hat man ihn nie vergessen. 1966 erhielt Arno für sein langjähriges Wirken im deutschen Film das Filmband in Gold.
André Weikard/Filmreporter.de - 31. Juli 2012
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