RETRO News

Szene aus: Zwischen gestern und morgen
Erster Münchner Nachkriegsfilm

Prominenz stürmt den Set

Derzeit wird in München der erste Film nach dem Krieg gedreht. Regisseur und Drehbuchautor Harald Braun gelang es, für "Zwischen gestern und morgen" eine Schar von bekannten Schauspieler in die bayrische Metropole zu locken. Das Regina Palast Hotel in München dient ihm dabei als Schauplatz des Geschehens. Die "Neue Filmwelt" berichtet über das Staraufgebot in der bayerischen Metropole in ihrem 4. Heft 1947.
Von  Barbara Mayr/Filmreporter.de,  9. August 2012

Szene aus "Zwischen gestern und morgen"

Szene aus "Zwischen gestern und morgen"

Voller Enthusiasmus
Das Regina Hotel ist Treffpunkt der Protagonisten des Nachkriegsdramas "Zwischen gestern und morgen". Gedreht wird in Geiselsteig. Das Studio wurde von den Bomben glücklicherweise größtenteils verschont. Harald Braun ist in der Filmbranche kein Unbekannter. Daher ist auch der Ansturm prominenter Schauspieler enorm.

So gehören Sybille Schmitz mit ihrem einzigartig-reizvollem Gesicht, Willy Birgel elegant wie immer und Viktor de Kowa in der Rolle der männlichen Hauptfigur zum Cast. Hildegard Knef spielt die weibliche Hauptrolle. Sie war bereits im ersten DEFA-Nachkriegsfilm "Die Mörder sind unter uns" zu sehen. Für diese Rolle wurde sie deutschlandweit gefeiert.

Dreharbeiten zu "Zwischen gestern und morgen" im Münchner Hotel Regina

Dreharbeiten zu "Zwischen gestern und morgen" im Münchner Hotel Regina

Schwierige Zeiten nach Zweitem Weltkrieg
Weitaus erfolgreicher als der erste Nachkriegsfilm "Zwischen gestern und morgen" von Harald Braun war die darauffolgende Produktion "Nachtwache" von 1949. Der geborene Berliner agierte als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent in zahlreichen Filmen und erhält 1953 den deutschen Filmpreis für "Herz der Welt".

Für Sybille Schmitz war die Wiederaufnahme des Schauspielerbusiness nach dem Zweiten Weltkrieg ein schwieriges Unterfangen. Sie bekommt nur wenige Rollen, verfällt der Drogensucht und ist stark suizidgefährdet. 1955 tötet sie sich mit einer Überdosis Schlaftabletten. Ihr Leben und Sterben inspirierte Rainer Werner Fassbinder 1982 zu seinem Meisterwerk "Die Sehnsucht der Veronika Voss".
Barbara Mayr/Filmreporter.de - 9. August 2012
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