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Charles Laughton in "Der Herr im Haus bin ich"
Mein Treffen mit Charles Laughton

Englischer Setter im Warteraum

Ich treffe Charakterdarsteller Charles Laughton, als ich im Vorraum eines Hollywood-Produzenten sitze, dem ich mein Drehbuchentwurf zeigen will. Laughton blättert in einer Zeitschrift und sieht dabei aus, wie ein trauriger, aber kluger Setter-Hund. Nach einigem Zögern, spreche ich den Schauspieler an. Er spricht ein großartiges Englisch und motiviert mich für mein Vorhaben. Kurz darauf marschiert der Schauspieler in das Büro des Produzenten. Nach einiger Zeit öffnet sich die Tür und er trottet jammernd aus dem Präsidentenzimmer heraus.
Von  Barbara Mayr/Filmreporter.de, 30. Oktober 2012

Charles Laughton in "Der Herr im Haus bin ich"

Charles Laughton in "Der Herr im Haus bin ich"

Mit Henry XIII zum Weltruhm
Charles Laughtons Film "Der Herr im Haus bin ich" ist zweifellos einer der Favoriten auf der diesjährigen Berlinale 1954. Damit kehrt Laughton zu seinen Theaterwurzeln zurück. Denn die Rolle des Henry Horatio Hobson hatte er schon als Teenager auf der heimischen Bühne in Scarborough gespielt. Innerhalb von zwei Jahren stieg der Schauspieler zum ersten Charakterdarsteller Englands auf.

Edgar Wallace schrieb ihm Stücke auf den Leib, und mit seiner Frau Elsa Lanchester spielte er in "Das Privatleben Heinrichs VIII". Alexander Kordas Film brachte ihm Weltruhm und einen Oscar 1936 als bester Hauptdarsteller. Dies ist erst sein sechster Hollywood-Film. Am Abend unseres Zusammentreffens in Hollywood lese ich in den Schlagzeilen, dass Charles Laughton am besagten Tag einen Riesenvertrag für acht weitere Filme abgeschlossen hat.

Charles Laughton in "Der Herr im Haus bin ich"

Charles Laughton in "Der Herr im Haus bin ich"

Bester Glöckner von Notre Dame
Dies schrieb der Autor mit dem Kürzel en in einem Artikel der Film und Frau im Juni 1954. Der englische Darsteller Charles Laughton drehte meist historische Filme. Mit seiner Ehefrau Elsa Lanchester war er nicht nur in seinem Erfolgsfilm "Das Privatleben Heinrichs VIII" zu sehen. Auch in seinem Debüt, das er 1928 mit "Daydreams" machte, spielte sie an seiner Seite.

Was dem Engländer weit mehr Anerkennung brachte, ist seine Darstellung des Glöckners in William Dieterles "Der Glöckner von Notre Dame"(1939) nach Victor Hugo. Eine seiner letzten Rollen hatte er in "Spartacus" von Stanley Kubrick.

Laughton versuchte sich auch als Filmregisseur. Gemeinsam mit Robert Mitchum produzierte er "Die Nacht des Jägers". Der Film war allerdings ein Flop. Obwohl Mitchum einmal meinte, dass Laughton der beste Regisseur sei, mit dem er jemals gearbeitet hat, drehte er nie wieder mit ihm. Wahrscheinlich hätte dieser auch keine Zeit und Lust gehabt, denn Laughon war nebenbei noch erfolgreicher Theaterregisseur und -darsteller.
Barbara Mayr/Filmreporter.de - 30. Oktober 2012
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