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Garstige Tante des deutschen Kintopps
Adele Sandrock hält Hof
Die Babelsberger
Ufa-Ateliers werden von den Dreharbeiten zur Verwechslungskomödie "
Die Töchter ihrer Exzellenz" beherrscht. Regisseur des Werks ist Unterhaltungsspezialist
Reinhold Schünzel, der mit virtuoser Hand die Riege seiner prominenten Darsteller dirigiert. Im Mittelpunkt des Interesses steht eine würdevolle alte Dame, die zwar keine Hauptrolle spielt, für sich jedoch den Ruf einer Theater- und Filmlegende beanspruchen darf. Es handelt sich um die unverwüstliche
Adele Sandrock, die mit ihren Paradevorstellungen als garstige Tante oder schrullige Adlige schon so manches Filmlustspiel bereichert hat. Im Mai 1934 berichtet die
Filmwelt von den Aufnahmen zu dem Leinwandspaß, in dem die resolute Adele erneut zur Heiterkeit des Publikums beiträgt.
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Adele Sandrock in: Die Töchter Ihrer Exzellenz
Liebeswirbel in Adelskreisen
Generalswitwe Henriette von Petrin (
Hansi Niese), ehrfürchtig 'Die Exzellenz' genannt, ist besorgt über die Entwicklung ihrer Tochter Leonie (
Dagny Servaes). Die junge Frau hat nämlich einen spießigen Beamten geheiratet und leidet nun unter ihrem eintönigen Dasein. Um aus ihrem drögen Alltag auszubrechen, möchte Leonie mit dem jungen Grafen Marenzi (
Willy Fritsch) anbandeln und sich von ihm gen Süden begleiten lassen. Mutter Henriette und Schwester Gerti (
Käthe von Nagy) schmieden einen Plan, um Leonies verrückten Plan zum Scheitern zu bringen: Gerti soll den Grafen in eine endlose Konversation verwickeln, so dass dieser sein Rendezvous mit Leonie verpasst. Allmählich wird Gerti bewusst, dass sie selbst im Begriff ist, sich in den jungen Marenzi zu verlieben. Doch dem gemeinsamen Glück stehen massive Widerstände entgegen. Hat Marenzi doch in Gräfin Virginia Marenzi (
Adele Sandrock) eine gestrenge Tante, die argwöhnisch über das Treiben ihrer adligen Sippschaft wacht.
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Käthe von Nagy mit Willy Fritsch ("Die Töchter Ihrer Exzellenz")
Majestätische Grande Dame
Durch ihre Paraderolle der komischen Alten ist die in Rotterdam geborene Adele Sandrock Filmfreunden bis heute ein Begriff. Doch das ist nur eine Facette im bewegten Leben der Schauspielerin. Ihre ersten Theaterengagements erhält Adele Sandrock in Meiningen, Berlin und Budapest. Zur vollen Entfaltung gelangt ihr Talent an Wiener Bühnen, wo sie in Stücken von
Henrik Ibsen und
Arthur Schnitzler brilliert. Mit Schnitzler führt sie eine leidenschaftliche Liebesbeziehung und ist zeitweise mit dessen Schriftstellerkollegen
Alexander Roda Roda verlobt. Ab 1911 wirkt Adele Sandrock auch im Film mit. Dort überzeugt sie als schroff-majestätische Grande Dame, hinter deren rauer Schale ein goldenes Herz steckt.
Nachhaltig bekannte Filmauftritte hat sie 1931 als Fürstin in der Tonfilm-Operette "
Der Kongreß tanzt" und 1934 als energische britische Lady in "
Die englische Heirat". Ihre Verkörperung von Jupiters herrischer Gattin Juno in
Reinhold Schünzels "
Amphitryon" ist ein komödiantisches Glanzstück der Extraklasse. 1937 stirbt Adele Sandrock 74-jährig.