© Neue Filmwelt
Seit geraumer Zeit mischen auch Kinder im Filmbusiness kräftig mit. Dazu gehören Mädchen wie die elfjährige Margaret O'Brien oder die erst neun Jahre alte Natalie Wood. Die Kinderstars rollen das Feld von hinten auf und verzücken das Publikum.
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Margaret O'Brien in "Der kleine Engel"
Kinderstars haben das Kino längst erobert. So auch die süße Natalie Wood oder Engelsgesicht Margaret O'Brien, die noch keine zwölf Jahre alt sind. Dies berichtet die Neue Filmwelt in ihrer Mai-Ausgabe von 1948. Trotz ihres zarten Alters kann man sie getrost als alte Hasen im Filmgeschäft bezeichnen. Auch die 16-jährige Elizabeth Taylor - "Liz" gerufen - ist Filmfreunden ein Begriff, hat sie doch schon in einem guten Dutzend Filmen mitgewirkt. All diese kleinen Darstellerinnen stehen in einer amerikanischen Tradition von Kinderstars, die vor nicht allzu langer Zeit von einer Fünfjährigen begründet wurde: Vielen missmutigen Menschen hat die unvergessene Shirley Temple in der Zeit der Großen Depression mit ihrer unvergleichlichen Art ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Die berühmte Amerikanerin wurde vor wenigen Tagen - man möcht' es kaum glauben - bereits 20 Jahre alt. Aus dem Kinderstar von gestern ist ein richtiges Fräulein geworden. "So einfach ist die Liebe nicht" ist ihr 38. Film und wird auch bei uns gewiss wieder für Entzücken sorgen. Doch das Feld für die jungen Nachrückerinnen hat sie geräumt.
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Filmkinder und Kinderfilm
Die Neue Filmwelt widmet im Mai 1948 den immer zahlreicher werdenden Kinderschauspielerinnen einen doppelseitigen Beitrag. Mädchen wie Margaret O'Brien oder Natalie Wood traten in die Fußstapfen des größten Kinderstars der Filmgeschichte - Shirley Temple. Sie begeisterte in den 1930er Jahren mit ihrer trotzigen Art das Publikum in und außerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika. Ihr kometenhafter Aufstieg hob gleichsam den Begriff des "Kinderstars" aus der Taufe, der heute nicht mehr so positiv belegt ist. Schon damals verkrafteten viele der jungen Schauspieler die frühe Popularität nicht. Nicht wenige brachten später zum Ausdruck, dass sie den frühen Wurf ins kalte Wasser als "Raub ihrer Kindheit" empfanden. Selten schafften Jungstars den Sprung vom Kinderstar zur angesehenen Schauspielerin. Die wohl populärste Ausnahme bildet Liz Taylor, deren früher Einstieg ins Showgeschäft den Beginn einer Bilderbuchkarriere markierte. Shirley Temple gehörte zu denen, die ihren Zenit bereits mit zehn Jahren erreicht und nie mehr an die frühen Erfolge anknüpfen konnte. Mit dem Einsetzen der Pubertät wurden viele der Mädchen fallen gelassen. Eine Zeit lang konnten sie noch von der Zugkraft ihrer Namen profitieren, doch letztlich verzieh man ihnen das Älterwerden nicht.
Jassien Kelm/Filmreporter.de - 19. Januar 2009
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