© Film Revue
Bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes schicken die USA das Melodram "Das Erbe des Blutes" ins Rennen um die Goldene Palme. Vincente Minnelli führte Regie, das Drehbuch stammt aus der Feder von Harriet Frank Jr. und Irving Ravetch. Minnelli zählt damit zu den Favoriten, hatte er doch im vergangenen Jahr für "Gigi" den Oscar eingeheimst.
© Filmrevue
Robert Mitchum
Der Film basiert auf einem Roman von William Humphrey. Wie die Zeitschrift Film Revue am 10. Mai 1960 berichtet, spielen Robert Mitchum und Eleanor Parker die Hauptrollen. Mitchum spielt den einflussreichen texanischen Großgrundbesitzer Captain Wade Hunnicutt. Zum Leidwesen seiner Frau Hannah (Parker) ist er ein notorischer Schürzenjäger. Den gemeinsamen Sohn hat sie praktisch allein großgezogen. Als dieser das Erwachsenenalter erreicht hat, besteht Hunnicutt darauf, die Erziehung zu übernehmen. Er will dem Jungen beibringen, was einen richtigen Mann ausmacht. Dazu gehören die Jagd und andere, äußerst männliche Aktivitäten.
© American Film Institute
Warren Beatty
Vincente Minnellis Südstaaten-Melodram "Das Erbe des Blutes" bekam in Cannes 1960 nicht die erwartete Aufmerksamkeit. Viel schlimmer noch: Kurz nach seinem Erscheinen geriet er bereits in Vergessenheit, obwohl Kritiker Gefallen an ihm fanden. Möglicherweise kam das Werk zu spät. Seine patriarchalische Sichtweise und der offenkundige Männlichkeitskult trafen nicht mehr den Nerv der Zeit. Immerhin verhalf das Werk dem damals erst 21-jährigen George Hamilton zu einem Karrieresprung. Stets braungebrannt, wurde er immer wieder mit Warren Beatty verglichen. Aufgrund dieser Ähnlichkeit erlaubte sich dieser 1998 den Spaß, Hamilton für "Bulworth" in einer Cameo-Rolle zu engagieren. Beatty selbst führte Regie und spielt eine der Hauptrollen.
Gudrun Schmiesing/Filmreporter.de - 30. November 2009
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