| Geboren | 14. September 1960 | ||
| Beruf | Darsteller, Regisseur, Drehbuch | ||
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Christian Petzold gehört zu den renommiertesten Regisseuren Deutschlands und den prominentesten Vertretern der Berliner Schule. Die Bewegung besteht aus einer kleinen Gruppe Filmemacher, die sich keinem ästhetischen Programm verpflichtet fühlen, jedoch thematische und formale Gemeinsamkeiten aufweisen. Die Berliner Schule interessiert sich seit Mitte der 1990er Jahre vornehmlich für die kleinen, unscheinbaren Dinge des Alltags. In kontemplativer Form erzählen ihre Filmemacher meist von Figuren, die sich heimat- und identitätslos in urbanen Landschaften bewegen.
So verdichtet Petzold in "Die innere Sicherheit" (2000) die Geschichte über ein deutsches Terroristen-Paar, das mit seiner Tochter im vereinigten Deutschland Unterschlupf findet, zu einer Studie über Einsamkeit und Identitätsverlust. "Toter Mann" markiert den Beginn einer fruchtbaren Zusammenarbeit des Regisseurs mit Nina Hoss. Das leise, betont ruhig erzählte Drama handelt von einer Frau und einem Mann, die sich begegnen und gleich darauf wieder aus den Augen verlieren. Eine Reflexion über Schuld und Sühne, Vergebung und Neuanfang markiert Petzolds "Wolfsburg". Darin spielt Benno Fürmann einen Mann, der mit seinem Auto einen Unfall verursacht, einen Jungen tödlich verletzt und Fahrerflucht begeht. In "Yella" und "Jerichow" wendet sich Petzold dem Thema Geld und Habgier zu.
Nach dem Fernseh-Dreiteiler "Dreileben - Etwas Besseres als den Tod", bei dem er, Christoph Hochhäusler und Dominik Graf jeweils einen Spielfilm zu einem übergeordneten Thema drehen, inszeniert Petzold "Barbara". Das DDR-Drama wird auf den Internationalen Filmfestspielen von Berlin uraufgeführt und mit dem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnet.
Die Deutsche Demokratische Republik ist auch Teil von Petzolds eigener Familiengeschichte. So stammen seine Eltern aus der DDR, bevor sie Ende der 1950er Jahre in den Westen fliehen. Der 1960 geborene Regisseur wächst in Haan auf und macht dort das Abitur. Anschließend leistet er Zivildienst im Filmclub des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM). 1981 zieht er nach Berlin und studiert Theaterwissenschaften und Germanistik an der Freien Universität. Von 1988 bis 1994 absolviert er ein Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Auch Petzolds Ehefrau Aysun Bademsoy ist im Filmbereich tätig und arbeitet unter anderem als Dokumentarfilmerin.
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| 2012 | Silberner Bär, beste Regie (Internationale Filmfestspiele in Berlin (Berlinale)) |
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